Klausurtagung

IHK-Chef trifft Bundesvorstand der Grünen

Der Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK), Eric Schweitzer, wird in der kommenden Woche an der Klausurtagung des grünen Bundesvorstandes teilnehmen. Die Grünen haben den IHK-Präsidenten und Chef des Recyclingunternehmens Alba zum Thema "green technologies" eingeladen.

"Die Grünen haben das Thema Wirtschaft als Schlüsselthema erkannt, Herr Schweitzer folgt Einladungen aller Parteien", sagte IHK-Sprecher Bernhard Schodrowski.

Es ist nicht das erste Mal, dass Schweitzer bei den Grünen über die Zukunft der Wirtschaftspolitik spricht. Bereits vor anderthalb Jahren war er einer Einladung der Berliner Grünen gefolgt und hatte auf dem Landesparteitag einen Vortrag gehalten. Unmittelbar nach der Ankündigung von Renate Künast, in Berlin als Spitzenkandidatin der Partei gegen den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) anzutreten, hatte der IHK-Präsident auf einer Veranstaltung der Grünen ebenfalls zum Thema neue Technologien teilgenommen - gemeinsam mit Künast.

Die Grünen wollen in diesem Jahr vor allem mit ihren wirtschaftspolitischen Zielen bei den Wählern punkten. Fraktionschef Volker Ratzmann hat sich seit zwei Jahren der Wirtschaftspolitik angenommen und sucht seitdem die Nähe zu den Berliner Unternehmen und Verbänden. 2009 reiste die Fraktion der Grünen zusammen mit einer Delegation der IHK nach Istanbul und absolvierte unter der Regie des Grünen-Abgeordneten Özcan Mutlu ein umfangreiches Wirtschaftsprogramm.

Nach Zählung der IHK gibt es in der Hauptstadt bereits 42 000 "grüne" Arbeitsplätze. Nach Schweitzers Vorstellungen könnten es in zehn Jahren 100 000 sein. Es sind Unternehmen wie die Solarfirmen Solon und Sulfurcell aus dem Technologiepark Adlershof. Oder, weniger bekannt, Jonas & Redmann aus Tiergarten. Die Berliner entwerfen und bauen Fertigungsanlagen, auf denen Solarzellen in aller Welt gefertigt werden.

Auf die benzinfreie Mobilität sind in Berlin besonders große Hoffnungen gerichtet. Autobauer und Energiekonzerne wie BMW, Daimler, RWE und Vattenfall testen hier batteriebetriebene Autos auf Alltagstauglichkeit. Der Senat bemüht sich ebenfalls um das Thema grüne Wirtschaft. Berlin will für Entwicklungen der E-Mobilität bundesweit Modellregion werden. Die Grünen-Spitzenkandidatin für die Wahl zum Abgeordnetenhaus, Renate Künast, wirft dem Senat allerdings vor, das Potenzial der Stadt nicht ausreichend auszuschöpfen.