Stadtplanung

Bahnhofsdach soll Ostkreuz nicht gefährden

Der Berliner Senat hat vor einer Benachteiligung von anderen Projekten durch die geplante Verlängerung des Daches am Berliner Hauptbahnhof gewarnt. Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) sagte gestern im Abgeordnetenhaus, sie sei der Meinung, dass die unterlassene Verlängerung eine falsche Entscheidung gewesen sei, die jetzt korrigiert werden solle. Diese Maßnahme dürfe aber nicht zulasten eines Daches am Ostkreuz gehen. Sie halte es auch für "unerträglich", dass die Zusicherung für eine Finanzierung des Ausbaus der Strecke Berlin-Cottbus nicht mehr eingehalten werden soll.

Junge-Reyer wies Darstellungen zurück, dass es in der Frage der Dachverlängerung am Hauptbahnhof Differenzen zwischen Senat und den Fraktionen gibt. In der Koalition herrsche Einigkeit, dass nur das Beste gut genug für Berlin sei. Sie gab allerdings zu bedenken, dass die Finanzierung für eine Verlängerung des Daches auf die ursprünglich geplanten 450 Meter offensichtlich noch nicht geklärt ist. Mittlerweile werde schon in den Ausschüssen des Bundestages sichtbar wieder zurückgerudert.

Der Bau- und Verkehrsausschuss des Bundestages hatte am Mittwoch das Bundesbauministerium damit beauftragt, mit dem Land Berlin und der Bahn über die nötigen Bauarbeiten zu verhandeln. Im Haushaltsausschuss des Parlaments mehren sich einem Bericht des "Tagesspiegels" derweil die Stimmen, die einer Dachverlängerung, die 53 Millionen Euro kosten und den Verkehr auf der Ost-West-Strecke für Monate unterbrechen würde, eher ablehnend gegenüberstehen. Die Bahn hatte sich 2001 für ein verkürztes Dach entschieden, um den Hauptbahnhof noch vor der WM 2006 eröffnen zu können.