Kultur

Käufer für Tempodrom gesucht

Für das insolvente Kulturhaus Tempodrom in Kreuzberg wird jetzt international ein Käufer gesucht. In Verkaufsanzeigen in in- und ausländischen Zeitungen preist Insolvenzverwalter Udo Feser das Gebäude "in unmittelbarer Nähe zum Potsdamer Platz" europaweit an. Damit gehen die Verkaufsbemühungen nun in die entscheidende Runde. Bis zum 31. Juli haben Interessenten Zeit, Gebote abzugeben.

Bereits seit knapp vier Jahren wird für das 2001 nach den Plänen des Architekturbüros von Gerkan, Marg und Partner (GMP) errichtete Tempodrom ein Käufer gesucht. Die Verhandlungen mit Interessenten scheiterten bislang jedoch immer daran, dass vom damaligen Eigentümer, der Stiftung Neues Tempodrom, als auch von der Betriebsgesellschaft keine exakten Finanzdaten vorlagen. Das hat sich offenbar geändert: In der Anzeige sind die jährlichen Netto-Einnahmen mit 370 000 Euro beziffert. Mit der Sanierung und Eröffnung der hauseigenen Therme Liquidrom im Dezember vergangenen Jahres ist zudem ein weiterer Mangel behoben: "Das Haus ist nun wieder voll verpachtet", so der Insolvenzverwalter. Zum Zuge wird der Interessent mit dem höchsten Gebot kommen. Der Insolvenzverwalter muss schließlich die ausstehenden Forderungen der Gläubiger - allen voran der Landesbank Berlin - befriedigen, das Konzept dürfte da nur zweitrangig sein.

Trotz aller Querelen in der Vergangenheit hat sich das Tempodrom als Veranstaltungsort in Berlin mittlerweile etabliert. Im vergangenen Jahr fanden dort an 260 Tagen Veranstaltungen statt, rund 300 000 Besucher wurden gezählt. Der Betrieb trägt sich mittlerweile selbst. Ob für das Tempodrom jedoch ein vernünftiger Verkaufspreis erzielt werden kann, darüber wagt Feser keine Prognose: "Es handelt sich um eine Spezialimmobilie, da sind Vorhersagen schwierig." Sollte kein akzeptables Angebot eingehen, müssten die Gläubiger entscheiden, wie es weitergehen soll.