Bildung

Gutachter: Test war nicht schwieriger

Die Wiederholung der Mathematik-Prüfung zum Mittleren Bildungsabschluss (MSA) war inhaltlich nicht schwieriger als der erste Test. Mathematik-Professor Wolfgang Schulz von der Humboldt-Uni hatte die Aufgaben aus beiden Klausuren im Auftrag der Senatsbildungsverwaltung verglichen: "Ich kann keine Anhaltspunkte finden, die dafür sprechen, dass die Arbeit am 23. Juni schwieriger oder umfangreicher war als die Arbeit am 11. Juni", sagte Schulz.

28 000 Zehntklässler in Berlin mussten die erste Matheprüfung wiederholen, weil die Aufgaben zuvor in Umlauf waren. Danach beschwerten sich zahlreiche Schüler, Eltern und Lehrer in Internetforen und beim Landeselternausschuss Berlin, dass die zweite Prüfung schwieriger gewesen sei als die erste. Deshalb hatte Bildungssenator Jürgen Zöllner am Dienstag Wolfgang Schulz mit einem Vergleich der beiden Klausuren beauftragt.

"Die Aufgeregtheit vor und nach der Widerholungsprüfung hat zu Unsicherheiten bei den Schülern geführt. Das erklärt, warum die Zehntklässler die Wiederholung als schwerer empfunden haben", so Zöllner.

Um den zusätzlichen Stress der Schüler auszugleichen, verbessert Zöllner nun die Bewertung der Arbeiten: "Die Prüfung gilt als bestanden, wenn 45 Prozent der Aufgaben richtig gelöst wurden." Normalerweise gelten MSA-Tests als bestanden, wenn die Hälfte der Aufgaben richtig gelöst ist. Die neue Bewertung entspricht der beim Abitur.

"Ich bin erleichtert über den Ausgang des Gutachtens", sagte Wolfgang Harnischfeger, Vorsitzender der Vereinigung der Schulleiter Berlin. Schülervertretungen kündigten unterdessen jedoch an, an der für Montag geplanten Demonstration festhalten zu wollen.