BSR

Wer muss Laub sammeln?

Es raschelt und rauscht. Herbststürme holen die Blätter von den Bäumen und wirbeln sie über Straßen und Plätze. Die Berliner Stadtreinigung und Grundstückseigner müssen sich um die Beseitigung riesiger Laubberge kümmern.

Zwar sind die gelben, roten und braunen Blätter ein schöner Anblick. Aber in größeren Mengen können sie Gullys verstopfen und nach einem Regen auch zur Rutschgefahr werden. Die Morgenpost gibt Antworten auf die zehn wichtigsten Fragen rund um das Thema Laubfegen.

1. Wer kümmert sich um die Laubbeseitigung auf den Berliner Straßen?

In den meisten Straßen ist die Berliner Stadtreinigung zuständig. Ihre Mitarbeiter säubern die Gehwege, Fahrbahnen, Mittelstreifen und kleine Grünflächen am Rand der Straße. In nicht oder nicht genügend ausgebauten Straßen müssen Anlieger das Laub aufsammeln und auf eigene Kosten entsorgen. Das Laub auf privatem Grund und Boden ist Sache der Eigentümer.

2. Wie kann man Laub und Gartenabfälle vom eigenen Grundstück entsorgen?

Sie können kompostiert oder mit Hilfe der Berliner Stadtreinigung entsorgt werden. Die BSR stellt dafür Biogut-Tonnen, Laubsäcke und Container zur Verfügung. Das Verbrennen von Gartenabfällen ist in Berlin untersagt. Gartenabfälle, die von Krankheitserregern befallen sind, sollten über das Abfallbehandlungswerk Nord entsorgt werden.

3. Wo gibt es Laubsäcke?

Sie sind auf den Recyclinghöfen der BSR zu bekommen. Ein Laubsack kostet drei Euro. Für diesen Preis holt die BSR den Sack vom Straßenrand ab und entsorgt das Laub in Kompostieranlagen. Bei 12 der 15 Recyclinghöfe kann man den gefüllten Laubsack auch selbst abliefern und bekommt pro Sack einen Euro zurück. Allerdings nehmen die meisten Standorte nur bis zu fünf Laubsäcke an. Größere Mengen können nur in der Gradestraße in Britz und in der Lengederstraße in Reinickendorf abgegeben werden ( www.bsr.de ).

4. Wie oft wird die Biogut-Tonne geleert?

Sie steht in drei Größen zur Verfügung: mit 60, 120 und 240 Liter Fassungsvermögen. Die Tonne kann wöchentlich (Kosten je nach Größe zwischen 30,50 und 35,40 Euro) oder alle 14 Tage ( Kosten zwischen 15,25 und 17,40 Euro) geleert werden.

5. Wo kann man beim Laubsammeln helfen?

Anwohner können sich beim Laubsammeln in öffentlichen Grünanlagen und auf Spielplätzen engagieren. Die Ansprechpartner sitzen in den jeweiligen Bezirksämtern. Eine Liste ist unter www.stadtentwicklung.berlin.de zu finden.

6. Wie viel Laub fällt in Berlin an?

Rund 95 000 Kubikmeter Laub sind nach Angaben der BSR auf den Straßen zu sammeln und zu beseitigen. Das entspricht der Ladung von etwa 1900 Güterwaggons. Dazu kommen noch 1,4 Millionen Laubsäcke von Privatgrundstücken.

7. Hilft das Sammeln von Laub beim Kampf gegen die Kastanienminiermotte?

Die gründliche Beseitigung von Laub am Boden ist sehr wirksam. Nach Angaben des Pflanzenschutzamtes kann dadurch der Mottenbefall im nächsten Frühjahr um zwei Drittel reduziert werden.

8. Wie stark ist der Miniermottenbefall in diesem Jahr?

Nach Ansicht von Professor Hartmut Balder von der Beuth Hochschule für Technik in Wedding gibt es auch 2009 einen starken Befall, allerdings mit regionalen Unterschieden in Berlin. In einigen Bezirken haben wiederholte Regenschauer im Frühjahr die Eier der Motte von den Blättern abgewaschen. In diesen Gebieten treten geringere Schäden auf. Wo es relativ trocken blieb, konnten die Raupen schlüpfen und sich ins Blatt hineinbohren. Das Pflanzenschutzamt Berlin hat ermittelt, dass die Berliner Kastanien in diesem Jahr insgesamt weniger Schäden aufweisen als in den vergangenen Jahren.

9. Wie ist die Prognose für 2010?

Eine Entwarnung gibt es nach Auskunft des Pflanzenschutzamtes nicht. Bei günstiger Witterung kann sich die Mottenpopulation schnell entwickeln.

10. Gehen Kastanien am Befall der Miniermotte zugrunde?

Nach bisherigen Untersuchungen ist das nicht der Fall. Auch ein Baum, der durch die Motte stark geschädigt ist, lebt weiter. Es kann jedoch sein, dass er in den nächsten Jahren weniger Blüten bildet.