SPD

Vorsitzender erhält deutliche Mehrheit

Nach seiner bravourösen Rede zu Beginn des Parteitags war das gute Ergebnis offenbar nur noch Formsache: Berlins SPD-Landeschef Michael Müller wurde gestern mit großer Mehrheit in seinem Amt bestätigt. Für ihn stimmten auf dem Landesparteitag in der Kongresshalle am Alex mit 200 von 218 Delegierten so viele wie nie zuvor: 91,7 Prozent. Vor zwei Jahren hatte Müller 88,5 Prozent der Stimmen erhalten. Der 43-Jährige ist seit 2004 Vorsitzender der Hauptstadt-SPD.

Auch seine vier Stellvertreter wurden in ihren Ämtern bestätigt. Allerdings zeigte sich hier bereits, dass es die Parteirechte derzeit schwer hat. Mittes Bezirksbürgermeister Christian Hanke, Wortführer des rechten Parteizirkels "Aufbruch", schaffte die Wiederwahl nur mit einer Mehrheit von sechs Stimmen und erzielte mit 53,2 Prozent das schlechteste Ergebnis. Das beste Resultat erreichte der Wirtschaftsstadtrat aus Charlottenburg-Wilmersdorf, Marc Schulte (84,7 Prozent). Es folgten die Wirtschaftsstadträtin aus Steglitz-Zehlendorf, Barbara Loth (77,3 Prozent) und die Berliner Finanz-Staatssekretärin Iris Spranger (63,8 Prozent). Bei den acht Beisitzern scheiterte danach der Abgeordnete Tom Schreiber, ein Verfassungsschutzexperte, klar. Er ist wie Hanke Vertreter von "Aufbruch" und konnte sich in der Stichwahl nicht gegen seine Abgeordnetenhauskollegin Anja Hertel durchsetzen.

Die Parteilinke ist in der Berliner SPD traditionell stark. Mit Landeskassierer Mark Rackles und zahlreichen Beisitzern - an der Spitze Monika Buttgereit - stellt sie das Gros desSPD-Landesvorstandes.