Modezentrum

Osthafen lockt Investoren an die Spree

Der Wirtschaftskrise zum Trotz ist das neue Modezentrum "Labels 2" im Osthafen bereits fast vollständig vermietet. Die Eröffnungsparty werde im Januar 2010 zur Messe "Bread & Butter" stattfinden, kündigt Geschäftsführer Stefan Sihler an. Die letzten drei Mietverträge seien auf dem Weg. 20 der 23 Showrooms sind bereits vergeben. Sie sind zwischen 100 und 700 Quadratmetern groß. Fünf Firmen seien schon eingezogen, so der Geschäftsführer.

"Labels 2" ist das Zentrum für Trendiges, Sportliches, Streetwear. In "Labels 1" hat sich die klassische Richtung etabliert. Der erste Bau des Modezentrums enthält nur acht Showrooms, die allerdings größer sind als die Flächen von "Labels 2", nämlich bis zu 2500 Quadratmetern groß. "Labels 1" ging 2006 an den Start. Sihlers Bilanz: "Es läuft hervorragend, unsere Erwartungen wurden übertroffen."

Für den Projektentwickler gibt es in Berlin keinen Standort, der sich mit dem Osthafen vergleichen kann. Die Lage an der Spree, die Nachbarschaft zum Musiksender MTV, zu Universal und zur "Fernsehwerft" sind aus seiner Sicht nicht zu toppen. "Mode, Medien, Musik - das befruchtet sich gegenseitig." Sihler möchte sein Imperium um einen weiteren und gleichzeitig letzten Neubau ergänzen. "Labels 3" könnte genau neben "Labels 2" errichtet werden. Dann würden insgesamt 50 bis 60 Modeunternehmen an einem Platz agieren. Dazu müsste Sihler ein weiteres Grundstück kaufen. "Wir sind dazu in Verhandlungen", sagt er. Sollten sie erfolgreich sein, dann könne der dritte Teil des Modezentrums 2012 gebaut sein.

Ein weiteres Bauprojekt im Osthafen ist das NH-Hotel des japanischen Konzerns Nippon Development. Der Rohbau steht. Am 15. Oktober ist Richtfest. 2010 soll das Konferenz- und Banketthotel mit etwa 300 Zimmern, Konferenzzentrum, Restaurants und Wellnessbereich fertig sein. Auf der Nachbarfläche zum Hotel will das Bauunternehmen Hochtief ein Bürogebäude errichten.

Nur vier Parzellen im Osthafen seien noch nicht verkauft, sagt Michael Reimann, Leiter der Abteilung Vermietung bei der Berliner Hafen- und Lagerhausgesellschaft mbH. Drei Flächen sind zwischen 4400 und 4700 Quadratmeter groß. Für sie hat die Behala positive Bauvorbescheide beim Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg eingeholt. Investoren dürfen ein Gebäude mit einer Grundfläche von 40 mal 40 Metern errichten, das 22 oder 24 Meter hoch sein darf - egal, ob es Hotel, Bürogebäude oder Dienstleistungszentrum wird. Zu einer der drei Parzellen gebe es Gespräche mit Labels-Geschäftsführer Sihler, bestätigt Reimann.

Die vierte Fläche nahe der Elsenbrücke ist etwa 8500 Quadratmeter groß. Ihre Zukunft ist umstritten. Erste Planungen gingen davon aus, dass dort ein 90 Meter hohes Gebäude als Pendant zum Treptower der Allianz auf der anderen Spree-Seite gebaut werden könnte, so dass beide Türme eine Art Tor zur Innenstadt bilden würden. Doch der Bürgerentscheid zum Spreeufer vom Sommer 2008 fordert, dass nur noch 22 Meter hohe Bauten am Flussufer errichtet werden. Das Bezirksamt Friechshain-Kreuzberg will deshalb kein Hochhaus im Osthafen genehmigen. Die Behala ist in der Zwickmühle. Es gebe einen Investor, der das 90 Meter hohe Gebäude errichten wolle, aber keinen positiven Bauvorbescheid und damit kein Baurecht, sagt Michael Reimann. Die Behala hofft in dieser Frage auf Unterstützung des Senats.

Besucher können sich am kommenden Wochenende über das aktuelle Geschehen im Osthafen und über seine Geschichte informieren. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe "20 Jahre Mauerfall" werden vom 16. bis zum 18. Oktober, 11 bis 17 Uhr, Führungen über das Gelände und Schiffstouren zwischen Elsenbrücke und Oberbaumbrücke angeboten ( www.mauerfall09.de ).

"Die Lage neben MTV und Universal ist nicht zu toppen"

Geschäftsführer Stefan Sihler

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