Unternehmen

Kündigungen bei Vivantes abgewendet

Moritz Naujack, der Vorsitzende des Betriebsrates des kommunalen Klinikkonzern Vivantes, fand gestern sehr deutliche Worte: "Das ist eine absolute Frechheit." Der Anlass seines Zorns: Die Geschäftsführung des Klinikunternehmens Vivantes habe dem Betriebsrat am vergangenen Dienstag geplante betriebsbedingte Kündigungen per Boten zu geschickt.

Betroffen von den Entlassungen wären danach drei Pflegekräfte aus dem Bereich "Forum für Senioren GmbH" gewesen. Für Moritz Naujack ist das "eine Riesenschweinerei". Haben doch die Beschäftigten des großen landeseigenen Krankenhausunternehmens sich in einem sogenannten Notlagentarifvertrag dazu verpflichtet, den einst defizitären Klinikkonzern zu retten, indem sie freiwillig auf Weihnachts- und Urlaubsgeld verzichten. Anfangs entlastete dieses Lohnopfer den Klinikbetrieb um jährlich etwa 32 Millionen Euro. Im Gegenzug hatte sich die Geschäftsführung bereit erklärt, auf betriebsbedingte Kündigungen bis 2010 zu verzichten. "Die Geschäftsführung stellt mit diesem Vorgehen den Notlagentarifvertrag nicht nur in Frage, nein, sie bricht ihn", kritisiert Naujack. Da derzeit über eine Verlängerung des Tarifvertrages verhandelt werde, habe das Vorgehen der Geschäftsführung eine besondere Brisanz.

Zudem seien betriebsbedingte Kündungen in Berliner Landesunternehmen unüblich. Nachdem der Betriebsrat dieses Vorgehen der Unternehmensleitung kritisierte, habe die Leitung die Kündigungen zurückgezogen.

Der Personalgeschäftführer von Vivantes, Manfred Rompf, teilte gestern mit: "Es gibt keine betriebsbedingten Kündigungen bei Vivantes. Wir stehen weiterhin zu dem 'Tarifvertrag Sicherung Vivantes' und sind vertragstreu."