Sozialpolitik

Streit um höhere Löhne: Wieder Warnstreik in Kitas

Tausende Berliner Eltern müssen sich in dieser Woche erneut um die Betreuung ihrer Kinder kümmern: Am Mittwoch und Donnerstag läuft in der Tarifauseinandersetzung mit dem Senat um Lohnerhöhungen für den öffentlichen Dienst die zweite Streikwelle der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in den städtischen Kitas und den Horten.

Betroffen von dem zweitägigen Warnstreik sind dieses Mal die Einrichtungen in Charlottenburg-Wilmersdorf, Reinickendorf, Spandau sowie in Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf und Pankow. Auch in den Bezirksämtern soll es an diesen Tagen zu Warnstreiks kommen. Am Mittwoch demonstrieren die Beschäftigten vor dem Rathaus Pankow, am Donnerstag ziehen sie vor das Rathaus Charlottenburg-Wilmersdorf und zum Ernst-Reuter-Platz.

Erst vergangene Woche hatten Tausende Eltern eine andere Betreuung für ihre Kinder suchen müssen. Denn in der ersten Streikwelle hatten die Erzieher im Süden der Stadt einen zweitägigen Warnstreik durchgeführt.

Wie es in einem Aufruf der GEW heißt, sind die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes nicht bereit, sich mit den vom Senat angebotenen zweimal 225 Euro "abspeisen zu lassen". Die Gewerkschaften fordern Lohnsteigerungen für die etwa 110 000 Beschäftigten im öffentlichen Dienst von 2,9 Prozent und eine Zahlung von dreimal 300 Euro.

Am Dienstag wollen die Gewerkschaften zudem beraten, wie sie die Streiks intensivieren. Denn der Senat hat unter Verweis auf die hohen Schulden des Landes bisher keine Bereitschaft gezeigt, über mehr als das bisherige Angebot zu verhandeln.

Unterstützung für die Streikenden kam am Wochenende von der Gewerkschaft Kommunaler Landesdienst in Berlin. Der Einkommensrückstand zwischen den Bundesbeschäftigten und den im Land Berlin Beschäftigten sei nicht mehr hinnehmbar, so Landeschef Frank Becker.