Grüne fordern bessere Bedingungen für Trams

Sieben Straßenbahnstrecken im Nordosten der Stadt sind von Stilllegung bedroht. Darauf haben die Grünen gestern während einer verkehrspolitischen Straßenbahntour durch Berlin hingewiesen.

Sieben Straßenbahnstrecken im Nordosten der Stadt sind von Stilllegung bedroht. Darauf haben die Grünen gestern während einer verkehrspolitischen Straßenbahntour durch Berlin hingewiesen. Betroffen sind nach Recherchen des Vereins Pro Tram Berlin sowohl Endstrecken am Stadtrand (Niederschönhausen, Rosenthal, Heinersdorf) als auch in Prenzlauer Berg und Mitte (Abschnitte der Linie 12).

"Um die Linie nach Rosenthal zu retten, hatten wir bereits vor zehn Jahren vorgeschlagen, die Linie bis zur U-Bahn im Märkischen Viertel zu verlängern", sagt Claudia Hämmerling, verkehrspolitische Sprecherin der Grünen im Abgeordnetenhaus.

Die Straßenbahn sei im Vergleich zu Bussen und U-Bahnen am wirtschaftlichsten zu betreiben, argumentieren die Grünen. Lediglich das Unterhalten der Infrastruktur sei vergleichsweise teuer. "Infrastruktur und Betrieb müssten getrennt werden", fordert Claudia Hämmerling. Erst wenn das Schienennetz ebenso wie das Straßennetz vom Land unterhalten würde, könne man eine schlüssige Wirtschaftlichkeitsprüfung vornehmen. "Bislang ist der Bus deshalb besser gestellt", sagt die Verkehrsexpertin.

Außerdem fehlen entlang der U-Bahn-Linie 2, zum Beispiel am U-Bahnhof Eberswalder Straße Aufzüge, das erschwere das Umsteigen für in ihrer Mobilität eingeschränkte Fahrgäste. Eine Elterninitiative hatte deshalb gestern zur Demonstration entlang der Schönhauser Allee aufgerufen. Sie fordert von BVG und Senat, den Einbau von Fahrstühlen und Rolltreppen in Bahnhöfen zu beschleunigen. "An der stark frequentierten U-Bahn-Linie U 2 fehlen auch am Senefelderplatz Aufzüge", sagt Katarine Hellwig von der Elterninitiative. Zudem grenzen diese beiden Bahnhöfe einen der kinderreichsten Kieze Berlins - vom Kollwitzplatz bis zum Helmholtzplatz - ein.

apu/plet