Wie FDP-Spitzenkandidat Lindner im CDU-Lager Stimmen sammeln will

Martin Lindner, Spitzenkandidat der Liberalen, gilt als leidenschaftlicher Kämpfer.

Martin Lindner, Spitzenkandidat der Liberalen, gilt als leidenschaftlicher Kämpfer. Es verwundert daher nicht, dass er bis zum Wahltag um jede mögliche Stimme ringt, auch im erweiterten bürgerlichen Lager. Per Brief bat er sogar den früheren CDU-Wirtschaftsstaatssekretär Volker Liepelt, der für seine Partei ein Direktmandat im Wahlkreis Moabit-Wedding holen will, am Sonntag sein Kreuz für die Zweitstimme bei der FDP zu machen.

Lindner argumentiert simpel: "Rot-Rot im Land und Schwarz-Rot im Bund wollen an Ihr Geld. Die FDP möchte, dass Ihr Geld bei Ihnen bleibt. Dann können Sie sich mehr leisten." Der so Umworbene antwortete prompt. Liepelt: "In einigen Ihrer Forderungen kann ich durchaus Übereinstimmungen feststellen. Jedoch nicht in den politischen Konsequenzen, die hieraus zu ziehen sind." Wer künftig Rot-Rot verhindern wolle, so Liepelt, müsse eindeutig CDU wählen.

Mit hintergründigem Humor entschuldigt sich Liepelt dann dafür, Lindner einen Korb geben zu müssen: "Da Sie mich von einer Änderung meiner politischen Grundhaltung nicht überzeugen konnten, halte ich auch weiter an meiner Kandidatur für die CDU zum Abgeordnetenhaus fest."