59 Luxus-Logen für die Anschutz-Halle

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Sabine Gundlach

"Prunk ist nicht jedermanns Sache", sagt Detlef Kornett und führt uns über das amerikanische Nussbaum-Parkett in den elegant, aber auch nüchtern gestalteten Raum - die Vorführ-Entertainmentsuite.

"Prunk ist nicht jedermanns Sache", sagt Detlef Kornett und führt uns über das amerikanische Nussbaum-Parkett in den elegant, aber auch nüchtern gestalteten Raum - die Vorführ-Entertainmentsuite. Der Geschäftsführer der Anschutz Entertainment Gruppe nimmt in einem der schwarzen Ledersofas Platz. Kornett erläutert das Design der Luxus-Logen für die O2-World, von denen das amerikanische Unternehmen erstmals seinen Musterraum präsentiert. "Wir mussten etwas finden, das möglichst wenige abschreckt und haben uns deshalb für eine Gestaltung mit natürlichen Materialien wie Holz, Leder und Naturstein entschieden, statt mit Farben zu polarisieren", bringt Kornett die Suche nach einem für möglichst viele Kunden gemeinsamen Nenner auf den Punkt. Schließlich ist die erfolgreiche Vermietung der geplanten 59 Entertainmentsuiten mit zwölf Plätzen neben dem Verkauf der Namensrechte ein ganz wesentlicher Baustein für die Wirtschaftlichkeit der neuen Multifunktionshalle. Dass ursprünglich 89 Suiten mit jeweils bis zu 16 Plätzen geplant waren, ist offenbar Indiz dafür, dass die Vermarktung der Suiten in Berlin nicht ganz so einfach ist.

Dennoch: Die Hälfte der Luxus-Logen, für die finanzkräftige Kunden immerhin eine Jahresmiete von 100 000 bis zu 175 000 Euro hinblättern müssen, sei bereits vermietet, freut sich Kornett. Der Preis bemesse sich je nach Lage. Als erste wären die teuersten weggegangen - obwohl die Mietverträge über fünf Jahre laufen. Über die Mieter schweigt sich Kornett aus. Nur so viel: es seien Unternehmen, die einen Sitz in Berlin haben oder hier repräsentative Möglichkeiten suchen, vor allem aus der Finanz- und Immobilienbranche. "Standard" all der exklusiven Suiten ist unter anderem eine großzügige Sitzgruppe, eine zum Innenraum der Halle gewandte Theke mit Barhockern und darunter ein Balkon mit drei Reihen à vier bequemen Sesseln. Zwölf Meter über dem Hallenboden kann hier die Hallen-High-Society ab Herbst 2008 Live-Auftritte von Stars wie Bon Jovi, Celin Dion oder Sportevents verfolgen. Zusätzlich steht auch ein großer Flachbildschirm bereit.

Ein edles Sideboard und ein ebenfalls mit Naturstein bedeckter küchenähnlicher Block bieten Platz für mögliche Büfetts, die die Mieter hier je nach Gusto ordern können. Gegen Aufpreis. Machbar sei alles, wird der geschäftstüchtige Anschutz-Manager Kornett nicht müde auf die Möglichkeiten für Suiteninhaber hinzuweisen. So stehe den Mietern der etwa 50 Quadratmeter großen Logen der Dine and View World Dinner Club offen. Das Restaurant bietet eine Küche, die wie alles in der vierten Etage der Logen gehoben ist. Für Normalverdiener bieten 152 Verkaufsstände Fingerfood von Currywurst bis Asian Food an.

Damit sich alle Besucher in der Arena wohlfühlen, setzt die Anschutzgruppe auch auf geschulte Mitarbeiter, "für die unser Service-Konzept das A & O sein wird. Unser Anspruch ist, dass alle Mitarbeiter - ob in der Haustechnik oder im Ticketbereich - freundlich und kompetent sind". Etwa 1000 bis 1500 Voll- und Teilzeitstellen werden direkt und im Umfeld der O2-World entstehen. "Wir sind im Gespräch mit der Senatsverwaltung für Wirtschaft, den Job-Centern sowie der IHK und arbeiten an einer Weiterentwicklung des WM-Projektes "Service Kräfte", so Kornett. Die betreffenden Stellen könnten Arbeitssuchende mit Trainingsmaßnahmen in Sachen freundlichem Service vorqualifizieren. Von dieser Beschäftigungsinitiative könnten auch andere Dienstleister profitieren, ist sich Kornett sicher.