Rechtsextreme attackieren PDS-Mitglieder

Nach einem Angriff von Rechtsextremisten auf einen Stand der Linkspartei.PDS am U-Bahnhof Rudow hat die Polizei am Freitagabend drei Tatverdächtige vorübergehend festgenommen.

Nach einem Angriff von Rechtsextremisten auf einen Stand der Linkspartei.PDS am U-Bahnhof Rudow hat die Polizei am Freitagabend drei Tatverdächtige vorübergehend festgenommen. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt gegen die 17, 21 und 26 Jahre alten Männer wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung, Sachbeschädigung und Beleidigung. Augenzeuge berichten. "Kurz vor 18 Uhr haben uns etwa zehn bis 15 Neonazis angegriffen", sagt Andre Buchwald vom Bündnis Gemeinsam gegen Rechts. "Wir haben mit der PDS am Stand für eine Demonstration gegen Neonazis geworben, die am 2. September in Treptow und Neukölln stattfindet." Die Attacken kamen aus zwei Richtungen, die Angreifer seien schwarz gekleidet und vermummt gewesen und hätten Pfefferspray sowie Leuchtspurmunition eingesetzt und mit Flaschen geworfen, sagt PDS-Abgeordnetenhauskandidatin Julia Wiedemann. Unter den Angreifern seien auch René Bethage, Gründer der inzwischen verbotenen Kameradschaft "Berliner Alternative Süd-Ost" sowie Timo L. gewesen, der am 18. Juli in Schönefeld einen Deutsch-Äthiopier überfallen hatte.

Die Polizei bestätigt, dass es sich bei dem festgenommenen 21-jährigen aus Dahme-Spreewald um Timo L. handele. Er habe einen Fotografen (30) am Info-Stand mit einer Bierflasche beworfen.

"Ob René Bethage unter den Angreifern war, ermitteln wir noch", sagt Polizeisprecher Uwe Kozelnik. Der Rechtsextremist Timo L. hat ausgesagt, er sei gegen 17.30 Uhr an der Neuköllner Straße Ecke Groß-Ziethener Chaussee von fünf Personen aus der linken Szene angegriffen worden. "Das haben wir nicht gesehen", sagt Wiedemann, die die Polizei alarmiert hat. Buchwald hält L.s Aussage für eine Schutzbehauptung, da er mehrfach wegen Schlägereien auffällig geworden war.

tal