Erster Spatenstich für Grimm-Bibliothek

Mit dem ersten Spatenstich für das neue Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum begann gestern für die Humboldt-Universität (HU) ein neues Zeitalter, denn nach der Fertigstellung der Bibliothek wird die Berliner Hochschule als letzte Universität in Deutschland über ein eigenes Haus dieser Art verfügen.

Mit dem ersten Spatenstich für das neue Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum begann gestern für die Humboldt-Universität (HU) ein neues Zeitalter, denn nach der Fertigstellung der Bibliothek wird die Berliner Hochschule als letzte Universität in Deutschland über ein eigenes Haus dieser Art verfügen. "Seit 1913 waren wir nur Untermieter in anderen Häusern", resümierte der Präsident der Humboldt-Universität, Christoph Markschies, in einem Rückblick.

Für den Neubau zwischen Geschwister-Scholl- und Planckstraße in Mitte hatte Markschies schon vor der Fertigstellung im Jahre 2009 nur lobende Worte und bezeichnete den Entwurf des Schweizer Architekten Max Dudler als "besonders gelungen und als Synthese zwischen Tradition und modernem Kommunikationstempel". Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) lobte in seiner Rede die Wahl des Namens: "Die Gebrüder Grimm lehrten als bedeutende Geistesgrößen mehr als zwanzig Jahre an der Humboldt-Universität und waren nicht nur, wie allgemein angenommen, die Erzähler von Märchen." Bezirksbürgermeister Joachim Zeller (CDU) freute sich über die Standortwahl in Berlins historischer Mitte und Kultursenator Thomas Flierl (Linkspartei.PDS) würdigte die Bedeutung der Humboldt-Universität: "Sie gehört zur 1. Liga in Deutschland, erst recht mit der neuen Bibliothek."

Das Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum soll rund 75,5 Millionen Euro kosten. Das Herzstück der Bibliothek bildet ein Lichthof mit dem in seinen Ausmaßen einmaligen Lesesaal. Er ist siebzig Meter lang (im 100 Meter langen Gebäude), zwölf Meter breit und 20 Meter hoch. Die Haupttreppe des Grimm-Zentrums verläuft längs des Saals im Inneren und wird ab der oberen Etage (11. Stock) nach außen verlagert.

Insgesamt 1200 öffentliche Arbeitsplätze wird es in der Bibliothek geben, davon 500 mit Computern ausgestattet. Rund 2,5 Millionen Bücherbände und 2400 Zeitschriften stehen in Zukunft zur Verfügung.

Neben dem Grimm-Zentrum gibt es weitere große Bauvorhaben der HU, die in den kommenden Jahren fertig gestellt werden sollen. So die Sanierung des sogenannten Anatomischen Theaters auf dem Gelände des Universitätsquartiers Nord in der Luisenstraße (Charité). Dieses Gebäude war das erste der 1787 gegründeten Königlichen Tierarzneischule zu Berlin. Es gilt als das älteste erhaltene akademische Lehrgebäude der Hauptstadt.

Die Gesamtkosten für eine umfassende Sanierung belaufen sich auf rund 4,5 Millionen Euro. Mit finanzieller Unterstützung der Stiftung "Anatomisches Theater" konnte im April 2005 mit der Sanierung der Fassade begonnen werden. Zudem wird der im Krieg zerstörte Ostflügel neu gestaltet, in dem künftig ein Teil der zoologischen Forschungssammlungen untergebracht werden.

Schließlich saniert und ergänzt die HU gegenwärtig ihre Institutsgebäude Burgstraße 26 und Anna-Louisa-Karsch-Straße 1 für die Theologische Fakultät.