Abschied von Fußball-Globus und Arena

Die Fußball-WM ist vorbei, Berlin räumt auf. Auch die Adidas-Arena vor dem Reichstag muß wieder dem grünen Rasen weichen.

Die Fußball-WM ist vorbei, Berlin räumt auf. Auch die Adidas-Arena vor dem Reichstag muß wieder dem grünen Rasen weichen. Bis zum 4. August soll alles wieder so sein wie vor der Weltmeisterschaft. Uli Born (36) von der Firma Nüssli aus Roth bei Nürnberg betreut den Abbau, der bereits im vollen Gange ist. Nahezu alle Teile werden wiederverwertet. "Es sind schon fünf Lastwagen mit Stühlen raus zu Robbie Williams. Der gibt sein nächstes Konzert in Hamburg im Volkspark", sagt Born.

Auch der Rest der Arena hat schon Abnehmer gefunden. Ob Beach-Volleyball-WM in Klagenfurt oder das Rolling Stones Konzert in Zürich - Teile der Adidas-Arena sind mit dabei. Mit rund 40 Leuten arbeitet Born an dem Projekt. Aber das ist nicht der einzige temporäre Bau, den er zu betreuen hat. Die Bundestagsarena, im Rahmen der WM eigens aufgebaut, wird ebenfalls in ihre Einzelteile zerlegt. Rund 30 Mitarbeiter haben bereits die Innendekoration entfernt. Nun wird die Kuppel in Angriff genommen, sie soll bis Ende Juli sorgfältig verpackt in Kisten landen.

Rund 114 000 Besucher haben den Nachbau der Reichstagskuppel besucht. Was mit diesen Teilen passiert, ist noch nicht ganz klar. "Aber das ist das Konzept unseres Unternehmens, alles wiederverwerten und keinen Müll hinterlassen", erklärt Born. Für den Rasen ist er allerdings nicht zuständig "Das überlasse ich lieber den Gärtnern", sagt er.

So ganz kann Unternehmer Alexander Extra (45) sein Glück noch nicht fassen. Er hat vor ein paar Monaten für rund 300 000 Euro den Fifa-Fußball-Globus ersteigert. Jetzt sieht er ihn zum ersten Mal auf dem Pariser Platz. Und kann ihn eigentlich gleich mit nach Hause nehmen. "Aber das mit dem Abbauen ist ganz schön schwierig. Den nimmt man nicht einfach unter den Arm", sagt der Hamburger Unternehmer. Seit dem 10. Juli sind rund 30 Personen damit beschäftigt, den Globus in seine Einzelteile zu zerlegen und in 15 Lastwagen zu verladen.

Dann geht es nach Hamburg, wo der neue Besitzer zu Hause ist. Dort werden die Globus-Teile zunächst in einer Lagerhalle aufbewahrt.

Norbert Eierding, der Tourneeleiter des Fußball-Globus, nimmt zur gleichen Zeit Abschied. Er hat den blau leuchtenden Ball auf seiner Reise durch die zwölf WM-Austragungsorte in Deutschland begleitet und ist mit dem Verlauf des Projekts zufrieden. "Allein in Berlin hatten wir 284 000 Besucher, insgesamt lag die Zahl der Gäste im Globus bei über einer Million.

Am Anfang hatte Eierding schon ein paar Bedenken. "Das ständige Auf- und Abbauen ist schon eine Belastung für das Material, aber alle Teile haben hervorragend gehalten", sagt er. Ein Stück des Globus hat Eierding besonders beeindruckt. "Also der Teppich, der war echt super. Den kann ich nur jedem für den Partykeller empfehlen", sagt er.

Auch Volker Bartsch, Geschäftsführer der Nationalen DFB-Kulturstiftung, ist mit dem Ereignis "Fußball-Globus" zufrieden. "Er hat seine Funktion als Symbol der Weltmeisterschaft 2006 voll erfüllt. Und wir sind froh, daß jetzt auch ein angemessener Verwendungszweck gefunden wurde", sagt der 57jährige. Der Globus soll möglichst nur für kurze Zeit in den Lagerhallen bleiben und dann zum Symbol eines neuen Sportmuseums in Hamburg werden. So hat es Besitzer Alexander Extra jedenfalls geplant. "Ich hoffe, daß die Gelder für das Museum schnell bewilligt werden. Jetzt hat die Konstruktion noch eine große Aussagekraft", sagt Extra. "Vielleicht will Hamburg den Globus ja auch für die Olympia-Bewerbung nutzen."