Ermittlungen der Staatsanwaltschaft

Klinik durchsucht: Zwei Ärzte unter Betrugsverdacht

Beamte des Landeskriminalamtes (LKA) haben gestern Nachmittag die Räume des Medizinischen Versorgungszentrums in der DRK-Klinik in Wedding durchsucht. Anlass waren nach Auskunft der Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen zwei Ärzte wegen Abrechnungsbetruges.

"Die beiden Mediziner stehen in dem Verdacht, seit 2004 regelmäßig medizinische Leistungen, darunter Röntgenuntersuchungen, abgerechnet zu haben, die nicht von ihnen selbst erbracht wurden", sagte Justizsprecher Martin Steltner. Bei den Durchsuchungen wurden nach Angaben Steltners vier Kisten mit umfangreichem Beweismaterial sichergestellt.

Das Medizinische Versorgungszentrum wurde 2004 für ambulante Behandlungen in der DRK-Klinik an der Drontheimer Straße eingerichtet. Dabei handelt es sich allerdings um eine eigenständige Einrichtung, die Klinik stellt lediglich Räume und Geräte zur Verfügung. Professor Thomas Kersting, Geschäftsführer der DRK-Kliniken Berlin, verwies daher gestern ausdrücklich darauf, dass es sich bei den beschuldigten Ärzten nicht um Angestellte der Klinikgruppe handelt.

"Wir sind selbst an einer raschen Aufklärung der Vorwürfe interessiert, Einzelheiten des Ermittlungsverfahrens sind uns allerdings nicht bekannt", sagte Kersting. Er sprach von seit Längerem schwelenden persönlichen Streitigkeiten zwischen einzelnen Mitarbeitern in dem Versorgungszentrum, die bereits zu arbeitsrechtlichen Auseinandersetzungen geführt hätten. Man könne somit einen Zusammenhang zwischen diesen Auseinandersetzungen und den jetzt eingeleiteten Verfahren nicht ausschließen, nannte Kersting einen möglichen Auslöser der Ermittlungen. In welchen finanziellen Größenordnungen sich der mutmaßliche Abrechnungsbetrug bewegt, konnte die Staatsanwaltschaft gestern noch nicht sagen.