Berliner Einsichten

Ausstellung über 20 Jahre Wohnen in der Großstadt

Berlin hat mehr Wohnungen als jede andere deutsche Stadt Einwohner. Rund 1,9 Millionen Etagenwohnungen gibt es in der Stadt, 90 Prozent davon sind vermietet.

Die Frage, wie sich das Wohnungsangebot in Berlin seit dem Mauerfall verändert hat, wie wir heute leben und in 20 Jahren wohnen werden, betrifft damit fast jeden Berliner. Die Ausstellung "Berliner Einsichten", die gestern an der Spandauer Straße in Mitte eröffnet wurde, hat sich dieses spannenden Themas angenommen. Angesichts der Vielfalt der Berliner Wohnwelten - sei es im Gründerzeitkiez in der Innenstadt, in einer Großsiedlung aus der Nachkriegszeit am Stadtrand oder auch in einer der 150 000 zwischen 1991 und 2000 in der Wiedervereinigungs-Euphorie hochgezogenen Neubauwohnungen - ein Versuch, der notwendigerweise große Lücken lassen muss.

Die Ausstellung, initiiert von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, der Investitionsbank Berlin und dem Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU), beschränkt sich denn auch auf den Sektor, den die städtischen und genossenschaftlichen Wohnungsunternehmen abdecken - und damit auf ein Viertel des Mietangebots. Doch auch dieser Bereich weist eine erstaunliche Bandbreite auf. Da werden Bilder vom Platten-Rückbau in Marzahn-Hellersdorf gezeigt und von der denkmalgerecht sanierten Tuschkastensiedlung in Treptow. Die Ausstellung wirkt deshalb streckenweise wie eine Werbeschau der städtischen Wohnungsgesellschaften. Immerhin können diese auf eine beachtliche Modernisierungsleistung verweisen - und zeigen, dass ein funktionierendes Wohnumfeld sowohl im Kreuzberger Hinterhof als auch in der Neuköllner Hochhaussiedlung Gropiusstadt möglich ist.

"Berliner Einsichten - Ausstellung vom 27. August bis 31. Oktober, Spandauer Straße 2 in Mitte. Eintritt frei