Stadt-Beet

Der Prinzessinnengarten - mitten in Kreuzberg

Früher war an dieser Stelle eine Brache, mehr nicht. Das Gebiet zwischen der Oranien- und der Prinzenstraße in Kreuzberg war ungenutzt, seit die Bebauung nach einem Luftangriff im Zweiten Weltkrieg 1945 zerstört worden war.

Scherben lagen herum, alte Batterien, Reifen und sogar Bettgestelle. Bis zum vergangenen Jahr. Da pachteten die Jungbauern Robert Shaw und Marco Clausen die 6000 Quadratmeter große Fläche am Moritzplatz vom Liegenschaftsfonds. Und nannten sie "Prinzessinnengarten". Seitdem bauen sie in mobilen Hochbeeten Bio-Gemüse an. Nun wachsen aus alten Plastik-Brotkisten Basilikum und Chili, Mais und Minze, Paprika und Salbei. Doch der Prinzessinnengarten ist noch viel mehr: Er soll auch die nachbarschaftlichen Beziehungen in Kreuzberg verbessern helfen. Mit Erfolg: Mittlerweile besuchen Jugendliche das Stadt-Beet, und Kita-Kinder bauen selbst Gemüse an. Die Idee zum Prinzessinnengarten kam Jungbauer Robert Shaw nach einer Kuba-Reise. Dort hatte er gesehen, dass die Menschen ihr Gemüse nicht auf irgendwelchen Feldern weit weg von den Orten anbauten - sondern direkt in den Städten.