Immobilienmarkt

Leerstand von Wohnungen sinkt vor allem in den Ost-Bezirken

Die Zahl leer stehender Wohnungen in Berlin hat sich in den vergangenen acht Jahren drastisch verringert. Nach Angaben des Verbandes Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. (BBU) hat sich der Wohnungsleerstand bei den 144 Berliner Mitgliedsunternehmen zwischen 2001 und 2009 nahezu halbiert.

In Mitte, Prenzlauer Berg und Köpenick ging der Leerstand am deutlichsten zurück, in Steglitz oder Tempelhof legte er hingegen zu. Mittelfristig müsse über Neubauförderung nachgedacht werden, so BBU-Vorstandsmitglied Maren Kern. Die wachsende Einwohnerzahl sowie der Trend zu Haushaltsverkleinerungen würden auch in Zukunft anhalten.

Die Zahlen sind das Ergebnis einer Auswertung von BBU-Statistiken, bei der die Leerstandsentwicklung in den 23 Altbezirken von 2001 zu 2009 untersucht wurde. In Mitte sank der Leerstand demnach um rund 76 Prozent von 7,9 (2001) auf 1,9 (2009) Prozent. Prenzlauer Berg, Lichtenberg, Köpenick, Friedrichshain und Weißensee folgen mit ähnlich guten Werten. Erst auf Platz acht von 24 kommt mit Kreuzberg ein Bezirk im ehemaligen Westteil der Stadt. Während dort 2001 noch sieben Prozent der Wohnungen leer standen, sind es 2009 nur noch 2,6 Prozent. Auf relativ niedrigem Niveau zugenommen hat der Leerstand hingegen in Tiergarten (von 2,5 auf 2,7 Prozent), Steglitz (von 1,4 auf 1,9) oder Tempelhof (von 1,5 auf 2,9). "Die überdurchschnittliche Leerstandszunahme im Altbezirk Zehlendorf ist auf hier derzeit stattfindende Modernisierungsarbeiten zurückzuführen", so Kern. Dort stehen derzeit 5,5 Prozent der Wohnungen leer, 2001 waren es lediglich 0,8 Prozent.

Nach Ansicht des BBU sei der Berliner Mietwohnungsmarkt jedoch nach wie vor als entspannt zu bezeichnen. "Allein bei den BBU-Mitgliedsunternehmen stehen 23 000 Wohnungen leer", sagte Kern. Das entspreche einer Quote von 3,5 Prozent. In Städten wie München oder Hamburg seien die Leerstandsquoten deutlich niedriger. Mittelfristig müsse aber vor allem im preisgünstigen Marktsegment das Angebot vergrößert werden. Die SPD-Forderung nach Bereitstellung kostenlosen Baulands in der City sei daher sehr sinnvoll, so die Verbandschefin.