Neues Projekt

Schwul-lesbische "Regenbogenbrücke" Berlin-Tel Aviv

André Lossin ist selbst überrascht. "Dass ein solches oder ähnliches Projekt nicht längst schon entwickelt wurde, ist erstaunlich. Aber soviel gibt es auf diesem Gebiet zwischen Deutschland und Israel offenbar noch nicht", sagt der Geschäftsführer der Jüdischen Gemeinde Berlin.

Er spricht vom Projekt mit dem Namen "Regenbogenbrücke". Auf die Beine haben es die Jüdische Gemeinde, das Berliner schwulen Anti-Gewalt-Projekt Maneo und der SPD-Abgeordnete Tom Schreiber gestellt. Zwischen Berlin und Tel Aviv, zwischen Schwulen und Lesben beider Städte und den Stadtverwaltungen wollen die Initiatoren Brücken schlagen und haben sieben Vertreter der Tel Aviver Polizei und Stadtverwaltung sowie elf junge Schwule und Lesben aus der israelischen Stadt am Mittelmeer nach Berlin und Köln eingeladen. Anlass für dieses Projekt, für das die Initiatoren 20 000 Euro über Sponsoren eingesammelt haben, ist der Überfall am 1. August 2009 auf das Tel Aviver schwul-lesbische Zentrum "Agudah". Damals war eine vermummte Person in das Zentrum eingedrungen und hatte mit einem Sturmgewehr auf die dort anwesenden Menschen geschossen. Eine 16-Jährige und ein 26-Jähriger waren sofort tot, mindesten 15 weitere Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Bis heute sind zwei von ihnen querschnittsgelähmt. Der Täter ist bis heute nicht gefunden.

Die Jugendlichen, die morgen in Berlin eintreffen und bis zum 31. August bleiben, haben den Überfall miterlebt. Den zum Teil noch heute traumatisierten jungen Leuten soll in Berlin und Köln ein erholsamer und angstfreier Aufenthalt ermöglicht werden, während sich die offiziellen Vertreter über ihr Engagement gegen Homophobie austauschen.