Öffentlicher Dienst

Jeder vierte Ausbildungsplatz für jugendliche Migranten

Bis 2013 will das Land Berlin jeden vierten Ausbildungsplatz im öffentlichen Dienst durch Jugendliche mit Migrationshintergrund besetzen.

23 Prozent der Berliner Bevölkerung seien Menschen mit ausländischen Wurzeln, daher müsse sich dieser Anteil der Bevölkerung auch in Verwaltung, Polizei, Bürgerämtern und öffentlichen Betrieben widerspiegeln, sagte Sozialsenatorin Heidi Knake-Werner (Linke) gestern in Berlin bei der Vorstellung der diesjährigen Kampagne "Berlin braucht dich!".

Schüler mit ausländischen Wurzeln seien gegenüber anderen Jugendlichen selbst bei guten formalen Voraussetzungen häufig benachteiligt, sagte Knake-Werner. 2006 sei daher die Kampagne gestartet worden, um diese Jugendlichen zu motivieren, sich einen Ausbildungsplatz beim Land Berlin zu suchen. Schwerpunkt in diesem Jahr sind die Berliner Betriebe mit Landesbeteiligungen. Ziel der Werbeaktion sei es, "ein Stück Normalität zu schaffen", sagte Innensenator Ehrhart Körting (SPD). Jugendlichen mit Migrationshintergrund müssten die gleichen Chancen eröffnet werden wie allen anderen.

"Wir wollen Kompetenzen haben, die bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund vorhanden sind", sagte Knake-Werner. Sie verwies dabei vor allem auf Sprachkenntnisse und interkulturelle Fähigkeiten. Bereits von 2006 bis 2008 sei der Anteil von Migranten, die direkt beim Land ausgebildet werden, von 8,7 auf 14,3 Prozent gestiegen, so die Sozialsenatorin.

Wie Knake-Werner mitteilte, beteiligen sich rund 40 Betriebe an der Kampagne. Unterstützt wird "Berlin braucht dich!" beispielsweise von der Berliner Stadtreinigung, dem Klinikkonzern Vivantes, der Berliner Verkehrsgesellschaft und den Berliner Wasserbetrieben.