Haushalt

Trockenheit wird teuer für die Bezirke

Braune Rasenflächen, welke Sträucher und blattlose Bäume - die wochenlange Trockenheit mit Rekordtemperaturen hat bei Berliner Pflanzen und in den Kassen der Bezirke deutliche Spuren hinterlassen.

In Mitte und Treptow-Köpenick kostet die zusätzliche Bewässerung bis zu rund 50 000 Euro, hinzu kommen Kosten für Baumfällungen und Neupflanzungen, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa ergab. Nicht nur das Grün trug Schäden davon. Im Tiergarten fühlten sich wilde Camper vom kühlen Nass am Morgen so belästigt, dass sie kurzerhand einige Rasensprenger zertraten. Geschätzter Schaden: 25 000 Euro.

Auf den Bezirk Mitte kommen noch weitere Kosten zu: "65 abgestorbene Straßenbäume müssen gefällt werden", erklärt der Fachbereichsleiter für Grünflächen im Bezirksamt Mitte, Hans-Gottfried Walter. Jede Neupflanzung koste 600 Euro. Im Frühjahr werde sich zeigen, ob noch weitere Fällungen nötig seien. Vor allem Straßenbäume seien von der Hitze betroffen gewesen, weil der Asphalt die Hitze zurückstrahlte und es dadurch etwa drei bis vier Grad wärmer war, sagt Walter. Außerdem sei durch die Versiegelung vieler Flächen wenig Wasser in die Baumwurzeln gedrungen. An jedem Hitzetag seien die Bäume mit 8000 Litern kostenlosem Wasser aus Tiefbrunnen zusätzlich gegossen worden. "Auch Bürger haben die Bäume zum Teil gewässert, aber nicht ausreichend", so Walter. Die Kosten für die Grünpflege liegen seinen Angaben zufolge mit zusätzlichen 40 000 bis 50 000 Euro weit über denen der Vorjahre.

Mit rund 50 000 Euro extra allein für die Baumbewässerung rechnet auch der Bezirk Treptow-Köpenick. Auch dort müssen laut Umweltbezirksstadtrat Michael Schneider voraussichtlich einzelne Bäume nachgepflanzt werden.

In Marzahn-Hellersdorf haben vor allem Rasenflächen unter der Dürre gelitten, hieß es aus dem Bezirksamt. Diese seien jedoch bis auf wenige repräsentative Flächen nicht zusätzlich gegossen worden. Die rund 1300 Jungbäume hingegen schon, was den Bezirk rund 13 000 Euro zusätzlich kostete.

Auf Reinickendorf kommen Zusatzkosten von rund 9000 Euro für die Bewässerung von rund 1100 Jungbäumen zu, rechnet die Sprecherin des Bezirksamts, Nadine Franasik, vor. Grünanlagen hätten keine Schäden davon getragen. "Die Rasenflächen sind nach der starken Sonneneinstrahlung sicherlich trocken und gelb verfärbt, werden sich jedoch wie jetzt bereits nach den ersten Regenfällen erkennbar wieder in einem satten Grün präsentieren", sagte Franasik.

Von flächendeckenden Trockenheitsproblemen und braunen Rasenflächen berichtet Monika Osteresch vom Grünflächenamt Steglitz-Zehlendorf, das sich aus Kostengründen auf die Pflege der Jungbäume konzentriert. Ein Großteil werde bis zum fünften Standjahr von den Firmen versorgt, die die Bäume gepflanzt haben. Für 300 Jungbäume, die älter seien, fehlten im Amt eigentlich die Kapazitäten, erklärte Osteresch. Einige Mitarbeiter würden aber freiwillig Überstunden leisten.

In Friedrichshain-Kreuzberg sind laut Bau-Referentin Ursula Meyer nur "vereinzelte Ausfälle von Sträuchern und Stauden" bekannt. Auch im Nachbarbezirk Tempelhof-Schöneberg, wo verschiedene Anlagen beregnet wurden, gab es keinen "flächendeckenden Ausfall der Vegetation", meldet Umwelt-Bezirksstadtrat Oliver Schworck (SPD). Über die zusätzlichen Kosten lägen ihm noch keine Erkenntnisse vor.