S-Bahn

CDU: Defekte Aufzüge sind "ein Skandal"

Angesichts sich häufender Betriebsausfälle von Aufzügen und Fahrtreppen in den S- und U-Bahnhöfen hat die Berliner CDU den Senat zum sofortigen Handeln aufgefordert. "Die Anzahl der Defekte weitet sich langsam zu einem handfesten Skandal aus", sagte der behindertenpolitische Sprecher der Fraktion, Gregor Hoffmann.

Allein gestern, so der Abgeordnete, sei auf den offiziellen Internetseiten der Verkehrsunternehmen zu lesen gewesen, dass bei der U-Bahn sechs und bei der S-Bahn elf Fahrstühle nicht in Betrieb sind. Ältere und gebrechliche Rollstuhlfahrer würden sich nicht mehr trauen, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen, weil sie durch defekte Aufzüge weder auf die Bahnsteige gelangen noch von diesen wegkommen. Das schränke ihre Mobilität erheblich ein. "Doch das scheint keinen Verantwortlichen für Behindertenpolitik beim Senat zu interessieren", kritisiert Hoffmann.

Zuvor hatte sich bereits der Berliner Behindertenverband (BBV) massiv über die zunehmende Anzahl von Defekten an Aufzügen besonders in Berliner S-Bahnhöfen beschwert. Kritisiert wurden auch die oft extrem langen Fristen bis zur Störungsbeseitigung. Bis Monteure kämen, würden oft mehrere Wochen, ja Monate vergehen. "Jedes Warenhaus, jede Wohnungsgesellschaft schafft es, defekte Fahrstühle in wenigen Tagen zu reparieren, nur die Deutsche Bahn kriegt das nicht hin", beklagte BBV-Chef Seifert.

Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) bestätigte gestern mit eigenen Zahlen die Kritik des Behindertenverbandes. Laut VBB waren im Mai im Durchschnitt täglich zehn Aufzüge und sechs Fahrtreppen auf S-Bahnhöfen nicht in Betrieb. Im Juni waren es täglich zwölf Aufzüge und neun Fahrtreppen, im Juli sogar 13 Fahrstühle und acht Rolltreppen, die nicht funktionierten. "Das sind alles Durchschnittswerte, im Einzelfall kann die Situation deutlich schlechter sein", sagte VBB-Sprecherin Elke Krokowski.

So habe es im Juni einen Wochentag gegeben, an dem 20 Aufzügen defekt waren, und im Juli gar einen Tag mit 22 ausgefallenen Fahrstühlen. Nach Angaben der Deutschen Bahn sind von den insgesamt 166 S-Bahnhöfen in Berlin und Brandenburg 109 mit Aufzügen und 29 mit Rampen behindertengerecht ausgestattet. "Damit liegen wir im bundesweiten Vergleich weit vorn", betont ein Bahnsprecher. Defekte und Schäden an Aufzügen und Fahrtreppen, so versichert er, werden möglichst schnell beseitigt. Der vom Behindertenverband erhobene Vorwurf, Aufzüge und Rolltreppen würden oft nur mangelhaft gewartet, weist die Bahn entschieden zurück. Stattdessen wird auf vielen Schäden hingewiesen, die Folgen von Vandalismus sind. Diese würden oft aufwendige und langwierige Reparaturen notwendig machen. In der Folge könnten diese Aufzüge teilweise wochen- oder gar monatelang nicht genutzt werden.

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung verweist darauf, dass BVG und S-Bahn für die Funktion von Aufzügen und Fahrtreppen zuständig sind. "Wir nehmen aber die Beschwerden ernst und werden die Verantwortlichen zu einer Stellungnahme auffordern", sagte der Sprecher der Verwaltung, Mathias Gille.