Stadtentwicklung

Mediaspree-Gegner planen Sternmarsch am Sonnabend

Mit einem Sternmarsch wollen am Sonnabend mehrere linksalternative Initiativen gegen die Städtebau-Politik des Berliner Senats demonstrieren. Die sogenannte "Megaspree-Parade 2010" soll dabei ab 15 Uhr auf sechs verschiedenen Routen durch die Innenstadt zum Roten Rathaus führen und könnte dabei für erhebliche Verkehrsbehinderungen sorgen.

Startpunkte sind der Boxhagener Platz in Friedrichshain, die Elsenbrücke in Treptow, der Oranienplatz in Kreuzberg und das Künstlerhaus Tacheles in Mitte. Auch vom Mauerpark in Prenzlauer Berg und von der Lehrter Straße in Moabit aus sind Protestzüge angemeldet. Geplant ist zudem eine Abschluss-Kundgebung gegen 18 Uhr und eine anschließende "Aftershow-Party" am Neptunbrunnen.

Der Protest richtet sich nach Aussagen der Organisatoren vor allem gegen die bereits begonnene kommerzielle Bebauung des Spreeufers und die geplante Verlängerung der Stadtautobahn A 100 nach Treptow, aber auch gegen Verdrängung weniger wohlhabender Mieter aus innerstädtischen Wohnquartieren. Aufgerufen zu dem Protest unter dem Motto "Rette deine Stadt!" haben unter anderem der Initiativkreis "Mediaspree versenken", die Bürgerinitiative Stadtring Süd (BISS), das Künstlerhaus Tacheles und der Erfinder der Love-Parade, Dr. Motte. Insgesamt soll es rund 150 Initiativen und Projekte geben, die den zum zweiten Mal veranstalteten Protestmarsch unterstützen.

"Ich bin schockiert und wütend darüber, wie sich Berlin entwickelt", begründete Dr. Motte seine Beteiligung an dem Aktionsbündnis. Mit dem Verkauf von Ufer-Flächen an der Spree und weiterer innerstädtischen Freiflächen an Investoren werde vom Senat der Bürgerwillen ignoriert. Dies sollten sich die Bewohner der Stadt nicht länger gefallen lassen.

Die Veranstalter machten deutlich, dass sie keine Beteiligung linksautonomer und gewalttätiger Gruppen wünschen. "Megaspree ist ein Bündnis von kreativen Menschen, die in dieser Stadt etwas schaffen wollen", sagte Geza Adasz, einer der Umzug-Initiatoren. An dem Protestmarsch vor einem Jahr hatten sich nach Angaben der Organisatoren 8000 Menschen beteiligt. Er verlief friedlich.