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Bahn verliert Regionallinien

Odeg gewinnt

Die Deutsche Bahn hat erneut ein bedeutendes Streckennetz an die Hamburger Hochbahn verloren. Wie diese Zeitung erfuhr, wird der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) einen Großteil seines "Netzes Stadtbahn" an die Ostdeutsche Eisenbahngesellschaft (Odeg) vergeben, welche die Hochbahn zusammen mit der britischen Arriva-Gruppe betreibt. Damit verliert die Deutsche Bahn von 2012 an große Teile des lukrativen Regionalverkehrs mit Millionen Pendlern. Nach Angaben der Odeg wird etwa ein Drittel des auf 1,3 Milliarden Euro geschätzten Gesamtauftrags über zehn Jahre an den DB-Konkurrenten fallen. Die Leistung umfasst sieben Millionen Zugkilometer. Die Odeg soll unter anderem die Verbindung von Wismar nach Berlin und von Rathenow über Berlin nach Cottbus (RE 2) übernehmen.

VBB-Ausschreibung

Die Deutsche Bahn darf hingegen die wichtige Achse zwischen Magdeburg, Frankfurt (Oder) und Eisenhüttenstadt (RE 1) weiter betreiben. Sie behält damit einen Leistungsumfang von neun Millionen Zugkilometern. Das Netz umfasst 16 Regionallinien und war über Monate hart umkämpft. Der VBB hatte in seiner Ausschreibung das Gesamtnetz, das 60 Prozent aller Regionalstrecken in Berlin und Brandenburg sowie Teilen von Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern umfasst, in vier Lose aufgeteilt und festgelegt, dass kein Bieter alle Lose bekommen kann. Unklar ist, ob sich die Bahn mit dem ihr bleibenden Verkehr zufrieden gibt. Sie hat nach der offiziellen Bekanntgabe des Ergebnisses in einigen Tagen bis zu zwei Wochen Zeit, Widerspruch einzulegen. Es wird erwartet, dass die Bahn das Vergabeverfahren beklagt.

( BMO )