Demonstration

Mediaspree-Protest: 23 Festnahmen und verletzte Beamte

Die Demonstrationen gegen das Mediaspree-Projekt in Friedrichshain sind weitgehend friedlich verlaufen, am Sonnabendabend ist es dann allerdings zu vereinzelten Ausschreitungen gekommen.

Bei mehreren Einsätzen der Polizei wurden knapp zwei Dutzend Personen festgenommen, fünf Beamte erlitten bei Handgemengen und durch Flaschenwürfe leichte Verletzungen.

Bereits während der Demonstration war bekannt geworden, dass Angehörige der linken Szene einen illegalen Radiosender betrieben, durch den Demonstrationsteilnehmer über den Polizeieinsatz informiert wurden und Anregungen für - zum Teil illegale - Aktionen erhielten. In Zusammenarbeit mit der Bundesnetzagentur konnte die Polizei nach mehreren Hinweisen aus der Bevölkerung am Abend den Standort des Senders feststellen. Das Programm wurde vom Dachboden eines Wohnhauses an der Bödikerstraße in Friedrichshain ausgestrahlt. Die Sendeanlage wurde beschlagnahmt, zwölf anwesende Personen wurden vorübergehend festgenommen.

Während des Einsatzes versammelten sich etwa 60 Angehörige der linken Szene und blockierten eine Kreuzung in der Nähe des Einsatzortes. Als Beamte die Personalien der Blockierer überprüften, wurden sie mehrfach aus der Gruppe heraus attackiert. Zehn Angreifer wurden daraufhin festgenommen und erkennungsdienstlich behandelt. Gegen sie wird wegen Widerstands, Landfriedensbruchs und Körperverletzung ermittelt.

In der Nacht zu gestern gab es nach Beschwerden wegen Ruhestörung zwei weitere Polizeieinsätze auf einem Straßenfest an der Kreutzigerstraße in Friedrichshain und bei einer Party an der Fichtestraße in Kreuzberg. In Friedrichshain flogen aus einer Gruppe heraus Steine und Flaschen auf die Polizisten. Dabei wurden fünf Beamte verletzt, einer musste nach ärztlicher Behandlung seinen Dienst beenden. Die Angreifer konnten unerkannt entkommen. Auch bei der Feier an der Fichtestraße sahen sich die Beamten einer aggressiven Menge gegenüber und setzten Pfefferspray ein. Ein Mann wurde festgenommen, ein Beamter erlitt Verletzungen. Insgesamt waren bei den Veranstaltungen in Friedrichshain und Kreuzberg 440 Beamte im Einsatz.