Stadtplanung

Demonstrationen gegen Mediaspree in zwei Stadtteilen

Mit Demonstrationen und verschiedenen Aktionen wollen Mediaspree-Gegner heute gegen eine weitere kommerzielle Bebauung des Flussufers protestieren. Ziel dieser Aktion sei es, so ein Aktivist, weitere Privatisierungen zu verhindern.

Auftakt des Aktionstages sind zwei Demonstrationszüge, die unter dem Motto "Mediaspree versenken - Zukunft denken" gleichzeitig gegen 13.30 Uhr in Friedrichshain am Boxhagener Platz und in Kreuzberg am Cottbusser Tor starten sollen. Mehr als 1300 Teilnehmer werden nach Angaben der Polizei erwartet.

Nach mehreren Kundgebungen, die an zentralen Plätzen der Route angekündigt sind, sollen die Demonstrationsteilnehmer beider Veranstaltungen gegen 15 Uhr auf der Oberbaumbrücke zusammentreffen. Ab 14 Uhr ist an der Falkensteinstraße, die in die Oberbaumbrücke mündet, eine Kundgebung "Gegen Verdrängung einkommensschwacher Schichten aus Kreuzberg" mit 500 Teilnehmern angemeldet. Eine "Besichtigung" von Ufergrundstücken, die privatisiert werden sollen oder es bereits sind, sei ab 15 Uhr von Teilnehmern unter anderem auf dem ehemaligen Dämmisolgelände an der Schillingbrücke oder der ehemaligen Eisfabrik an der Köpenicker Straße geplant.

Nach Polizeiangaben haben Aktivisten zu dezentralen Aktionen nach den Demonstrationen aufgerufen. So werden Anwohner der Oberbaum-City, unweit der Spree, im Internet aufgerufen, die seit Jahren umzäunte Wiese an der Lehmbruckstraße in Eigeninitiative zum Park umzugestalten. Mit größeren Zwischenfällen werde aber nicht gerechnet, so ein Polizeisprecher. Trotzdem könne der Verkehr beeinträchtigt werden. 2008 hatte sich eine Mehrheit gegen die Bebauung der Flussufer ausgesprochen.