Erinnerung

Gedenken an Sexualforscher Hirschfeld

Mit einer Feierstunde am Mahnmal der Bücherverbrennung auf dem Berliner Bebelplatz soll am morgigen Montag an den berühmten Sexualforscher Magnus Hirschfeld (1868-1935) erinnert werden.

Als Redner werden Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit und die frühere Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (beide SPD) erwartet, teilte die Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft in der Bundeshauptstadt mit.

Die Gedenkfeier, die um 15.30 Uhr beginne soll, ist eine Veranstaltung der Hirschfeld-Gesellschaft gemeinsam mit der Stiftung Topographie des Terrors, der Stiftung Neue Synagoge Berlin - Centrum Judaicum und der schwul-lesbischen Hannchen-Mehrzweck-Stiftung. Hirschfeld starb vor 75 Jahren am 14. Mai 1935 im französischen Exil.

Der am 14. Mai 1868 in Kolberg geborene jüdische Arzt gilt als einer der Pioniere der Sexualwissenschaft und Wegbereiter der Homosexuellen-Bewegung. Nach ihrer Machtergreifung verunglimpften die Nazis ihn als "Schnüffler im Schlick der Pornografie", dessen Lebenswerk der "rassischen Unzucht" gewidmet sei.

Am 6. Mai 1933 wurde sein weltberühmtes Institut für Sexualwissenschaft in Berlin-Tiergarten samt den wissenschaftlichen Sammlungen von den Nazis verwüstet. Vier Tage später, am 10. Mai 1933, wurden seine Werke Opfer der Bücherverbrennung auf dem damaligen Opernplatz. Hirschfeld ging ins französische Exil und starb in Nizza an seinem 67. Geburtstag.