Gedenkinitiative

Der "Zug der Erinnerung" hält in Berlin

Trotz der Querelen im Vorfeld ist der "Zug der Erinnerung" gestern, wie geplant, in Berlin eingetroffen. Erste Station der Gedenkinitiative ist der Bahnhof Grunewald. Noch bis Montag ist dort in den drei Waggons des Zuges unter anderem eine Ausstellung über die Deportation jüdischer Kinder in der NS-Zeit zu sehen.

Vom Bahnhof Grunewald aus wurden zwischen 1941 und 1945 mit Zügen der Deutsche Reichsbahn rund 55 000 Berliner Juden in Konzentrationslager und damit fast immer in den Tod deportiert. An diese Verbrechen erinnert die Gedenkstätte "Gleis 17".

In den kommenden Tagen soll der Zug der Erinnerung noch an anderen Bahnhöfen in Berlin Station machen. Vorgesehen sind der Bahnhof Spandau (11. Mai) und der Bahnhof Schöneweide (17. bis 20. Mai). Weitere Stationen sind nach Angaben der Initiative in Marzahn und Mitte geplant. Allerdings stünden dort noch keine genauen Haltestationen fest.

Dem geplanten Halt am Bahnhof Ahrensfelde in Marzahn hat die Bahn wegen des zu kurzen Bahnsteigs bereits eine Absage erteilt. Als Alternative sei jedoch der Bahnhof Lichtenberg möglich, hieß es. Zudem bestehe das Angebot, auf dem Bahnhof Friedrichstraße ohne Dampfbetrieb einzufahren, so ein Bahnsprecher.

Der "Zug der Erinnerung" war zuletzt im Jahr 2008 in Berlin. Dabei hatte es auch Auseinandersetzungen zwischen der Ausstellungsinitiative und der Bahn AG wegen der Haltepunkte gegeben. In der Ausstellung des "Zuges der Erinnerung" wird das Schicksal der deportierten Kinder von Juden, Roma und Sinti sowie anderer Opfergruppen vor allem anhand von Fotos und Briefen nachgezeichnet. Der "Zug der Erinnerung" machte nach eigenen Angaben seit Ende 2007 auf weit über 100 Stationen Halt und wurde von mehreren 100 000 Menschen besucht.