Kriminalität

Brandanschläge: Sechs Autos zerstört

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Unbekannte Täter haben in der Nacht zu Donnerstag in Mitte und Prenzlauer Berg drei offenbar politisch motivierte Brandanschläge auf Autos der Marke Daimler-Benz verübt. Drei weitere Autos brannten aus oder wurden stark beschädigt. Die drei Tatorte liegen nur 500 Meter voneinander entfernt. Die Anschläge erfolgten laut Polizei zwischen 2.45 und 4.30 Uhr. Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt.

Der erste Anschlag auf der Christinenstraße galt einem Mercedes C 200. Er brannte im Motorraum aus, zwei VW Golf wurden durch die Hitze beschädigt. Um 3.40 Uhr stand zwei Häuserblocks weiter an der Kreuzung Zehdenicker Ecke Choriner Straße ein weiterer Mercedes in Flammen. Um 4.30 Uhr brannten vor dem Haus Linienstraße 57 zwei Pkw aus. Unbekannte hatten wieder einen Mercedes angezündet; die Flammen erfassten einen zweiten Mercedes. Die Anzahl der Brandanschläge auf Autos in Berlin stieg damit seit Jahresanfang auf 60. Laut Polizei wurden 82 Fahrzeuge direkt angegriffen und weitere 35 beschädigt.

Knapp eine Woche nach den Ausschreitungen hat der Bundestag gestern über die Krawalle debattiert. FDP und Union wiesen in einer Aktuellen Stunde dem rot-roten Senat eine Mitverantwortung zu. SPD, Linke und Grüne warnten vor Aktionismus.

Berlins FDP-Chef Markus Löning machte Innensenator Ehrhart Körting (SPD) für die Ausschreitungen mitverantwortlich. "Der Innensenator hat dieses verfehlte Einsatzkonzept zu vertreten", sagte Löning. Die Ausschreitungen stellten einen Angriff auf den "freiheitlichen Rechtsstaat" dar. Der SPD-Innenexperte Sebastian Edathy betonte, die Demonstrationsfreiheit sei ein fundamentales Grundrecht. Klar sei aber auch, "wer einen Polizisten angreift, greift das Gemeinwesen insgesamt an". Der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses unterstrich zugleich, die Verantwortung für ein friedliches Demonstrationsgeschehen liege erster Linie bei den Veranstaltern.

Auch die Grünen warnten vor übereilten Maßnahmen. "Nicht verschärfte Strafen, nicht Demonstrationsverbote, nicht Verbote von Versammlungen sind die Lösung", sagte der Grünen-Politiker Christian Ströbele. Stattdessen warb er für die Deeskalationsstrategie. Der innenpolitische Sprecher der Unions-Fraktion, Hans-Peter Uhl (CSU), hielt dagegen, Deeskalation angesichts des Ausmaßes der Krawalle sei "deplatziert". Die Berliner Linke-Abgeordnete Gesine Lötzsch wies eine Mitverantwortung der Linken zurück.

( pol )