Demonstration

Nato-Gipfel: Haft für Berliner Steinewerfer

Ein deutscher Steinewerfer ist in Straßburg nach den Ausschreitungen beim Nato-Gipfeltreffen in Frankreich am Dienstagabend zu sechs Monaten Gefängnis ohne Bewährung verurteilt worden. Der 29-jährige Koch aus Berlin bekommt zudem ein zweijähriges Landesverbot.

Der Deutsche war bei Protestkundgebungen am 4. April festgenommen worden, nachdem er Steine auf zwei Polizisten geworfen hatte. Die Staatsanwaltschaft hatte bis zu einem Jahr Gefängnis ohne Bewährung und fünf Jahre Landesverbot gefordert.

Der Prozess gegen drei Franzosen, die einen Tag zuvor festgenommen worden waren, wurde dagegen aus Verfahrensgründen für unwirksam erklärt. Verschiedene Angaben der Staatsanwaltschaft seien "ungenau" gewesen, sagte der Rechtsanwalt eines der drei jungen Männer.

Unmittelbar nach den Ausschreitungen in Straßburg hatte ein Strafgericht dort schon im Eilverfahren drei deutsche Demonstranten zu Haftstrafen zwischen drei und sechs Monaten verurteilt.