Architektur

Einheitsdenkmal: Wettbewerb gescheitert

Der Wettbewerb für die Errichtung des Einheits- und Freiheitsdenkmals auf dem Berliner Schloßplatz am künftigen Humboldt-Forum ist gescheitert. Die Jury hat gestern die 563 eingegangenen Vorschläge zur Gestaltung gesichtet.

Das Ziel, ungefähr 20 der Bewerber zur Teilnahme an der zweiten Stufe einzuladen, sei von der Jury wieder verworfen worden, wie die Berliner Morgenpost gestern aus Kreisen des Wettbewerbsgremiums erfuhr. Der Grund dafür: Keiner der eingereichten Entwürfe soll den Anforderungen des Wettbewerbs genügt haben.

"Guten Gewissens hätten wir keinen Sieger empfehlen können", sagte Berlins Kulturstaatssekretär und Jury-Mitglied André Schmitz. Der deutschen Einheit ein Denkmal zu setzen, sei besonders schwierig. Die Aufgabe habe "fast alle überfordert". Die Jury werde dem Auslober deshalb empfehlen, ein neues Verfahren zu starten, heißt es. Die Zeit für einen neuen Wettbewerb wird knapp. Zum 20. Jahrestag des Mauerfalls am 9. November sollte der Siegerentwurf für das Denkmal auf dem Schloßplatz präsentiert werden.

Die abgelehnten Entwürfe sollen dennoch öffentlich gezeigt werden. Vom 5. Mai an werden die Arbeiten im Kronprinzenpalais Unter den Linden 3 ausgestellt. Die Jury werde dem Deutschen Bundestag jetzt vorschlagen, im Rahmen eines Einladungswettbewerbs gezielt an renommierte und erfahrene Künstler heranzutreten und sie dazu aufzufordern, Entwürfe einzureichen, teilte das Kulturstaatsministerium gestern mit. Darüber hinaus sollen einzelne Ideen aus der ersten Wettbewerbsstufe in den neuen Wettbewerb einbezogen werden. Es bleibe bei dem Ziel, einen geeigneten Entwurf für das Freiheits- und Einheitsdenkmal zum 20. Jahrestag des Mauerfalls am 9. November dieses Jahres auf dem Schloßplatz zu präsentieren.

Der Standort für das Denkmal steht fest. Es soll auf dem 80 mal 40 Meter großen Sockel des früheren Kaiser-Wilhelm-Denkmals auf der Schlossfreiheit gegenüber dem wieder zu erbauenden Schloss (Humboldt-Forum) entstehen.