Kriminalität

Brandstifter zünden zwei Autos an

Zwei Wochen vor den Demonstrationen zum 1. Mai ist erneut eine unangemeldete Demonstration der Hausbesetzerszene durch Berlin gezogen. Außerdem gab es weitere Brandanschläge auf Autos. Rund 130 Menschen protestierten am späten Donnerstagabend in Kreuzberg friedlich gegen die Räumung eines besetzten Hauses in Erfurt. Sie zogen von der Köpenicker Straße zum Heinrichplatz.

In der Nacht zu Freitag zündeten noch unbekannte Täter zwei Autos an. Kurz nach Mitternacht brannte ein Auto auf der Bulgarischen Straße in Treptow, gut drei Stunden später ein Pkw auf der Rigaer Straße in Friedrichshain. Gegen 23 Uhr wurde ein Polizeiauto in Friedrichshain mit Farbeiern beworfen. Zwei Stunden später zündeten etwa 15 Menschen ein Feuer auf der Liebigstraße an. Verletzt wurde niemand.

Seit Beginn dieses Jahres wurden in Berlin 38 Anschläge registriert, bei denen mehr als 70 Autos brannten. Polizeipräsident Dieter Glietsch sieht die sich häufenden Ausschreitungen nicht als Zeichen für ein Erstarken der autonomen Szene. "Aber sie lebt ihre stets vorhandene Gewaltbereitschaft zur Zeit intensiver aus", sagte Glietsch.

Das mussten gestern auch Justizsenatorin Gisela von der Aue und ihre Verwaltung erfahren. Am Vormittag stürmten Autonome das Justizgebäude in Schöneberg und forderten lautstark die Freilassung eines Häftlings aus der Szene bevor sie wieder verschwanden. Kurze Zeit später deponierten Unbekannte vor dem Privathaus der Justizsenatorin ein Päckchen. Die Überprüfung ergab, dass es mit Hundekot gefüllt war.