Extremismus

Kongress der Anarchisten im Bethanien

Die Technische Universität Berlin hatte abgelehnt, so zog es die linksradikale Szene nach Kreuzberg: Der "Anarchistische Kongress", der am Osterwochenende über die Bühne gehen soll, war gestern von den Veranstaltern ins Bethanien am Mariannenplatz verlegt worden.

Dort wollten, wie es aus Veranstalterkreisen hieß, 500 Teilnehmer über Themen wie "Anarchie und Sex", "Kritik alternativer Geldtheorien" oder "Hausbesetzung - wie geht das?" diskutieren. Gestern sollten aber erst einmal Kleinkunstprogramme starten.

Der zuvor angekündigte Veranstaltungsort an der TU musste gestrichen werden. Nach Angaben des Leiters des TU-Präsidialamtes, Thomas Kathöfer, habe man den Veranstaltern seit Wochen und erneut am Mittwoch und Donnerstag deutlich gemacht, dass keine Räume bereitstünden. "Wir haben die Veranstaltung nie genehmigt", so Kathöfer. Dennoch hätten die Veranstalter des Kongresses eifrig Referenten eingeladen und mit der Veranstaltung an der TU geworben. Die geplanten Gebäude - Haupt- und Mathematikgebäude, Erweiterungsbau - standen aber nicht zur Verfügung und seien verschlossen worden, sagte der Präsidialamtsleiter. Gerüchte, dass Gruppen dennoch an die Straße des 17. Juni nach Charlottenburg zogen, wies die Polizei zurück. Für die Anarchisten ging es dann ins Bethanien, wo sie im besetzten südlichen Seitenflügel ihre Debatten abhalten wollten.