E-Accessoires

Grüne Aliens - Dinge, die man haben muss

Es gab T-Shirts auf der Re:publica 2009 - schön und gut. Doch die Must-haves der Internet-Konferenz waren grüne Aliens, flammende Totenschädel, putzige Pandas und niedliche Bienchen, sämtlich mit USB-Anschluss: Diese E-Accessoires heißen Poken und sind die Visitenkarten von morgen.

Poken sind kleine elektronische Apparate, die wie Kinderspielzeug aussehen, dafür aber viel zu kleinteilig sind, und Kontakte speichern können. Sie lassen sich mit der Twitter-Adresse füttern, mit der Facebook-Seite und so fort. Und sie können miteinander sprechen, von Poken zu Poken. Auf der Re:publica trug man die auch als Schlüsselanhänger tauglichen Poken offensiv am Namensschild. Begegnet man einem anderen Poken-Besitzer, folgt gegebenenfalls ein "High Four": Die elektronischen Visitenkarten haben sämtlich eine vierfingrige Plastik-Hand. Bringt man die Hände zweier Poken zusammen, blinkt es kurz, und binnen einer Minute sind die Kontakte des einen Poken-Besitzers auf das Poken des anderen überspielt und umgekehrt.

Florian Krakau ( www.pl0g.de ) verkaufte Poken und kam sich "ein bisschen wie ein Drogendealer vor". Dass Poken zu kaufen waren, verbreitete sich per Mund- und Twitter-Propaganda - die offizielle Markteinführung in Deutschland ist erst für Mai geplant. 500 Stück hatte Krakau dabei. Wie sich zeigte, sind die Bienchen nicht so beliebt.

Die mit dem Poken gesammelten Kontakte können an einem Computer ausgelesen und auf eine Website übertragen werden, zu www.doyoupoken.com . Dort haben Poken-Besitzer eine Online-Sammelstelle für all das, was mit dem Poken zusammengetragen wurde.

Poken ist ein Schweizer Unternehmen mit Sitz in Lausanne. Mit seiner Idee eines Mode-Accessoires für soziale Netzwerke hatte Poken-Erfinder Stéphane Doutriaux im vergangenen Jahr den Schweizer Gründerwettbewerb Venture Leaders gewonnen. Gedacht hat der Poken-Macher auch daran, dass man nicht jedem die eigenen Kontakte geben möchten. Und dass es unangenehm ist, einem Kontaktwilligen das Poken zu verweigern. Doch da gibt es eine Spezialfunktion. Zwei Mal auf die Vier-Finger-Hand drücken - dann wird eine leere Visitenkarte übertragen.