CDU-Antrag

Reformationstag wieder gesetzlicher Feiertag?

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Was in Brandenburg gilt, soll auch in Berlin gelten: Der Reformationstag am 31. Oktober soll gesetzlicher Feiertag in der Hauptstadt werden. Das will die Berliner CDU.

In einem Antrag für den Landesparteitag am kommenden Sonnabend wird auf den Reformationstag als gesetzlichen Feiertag in anderen Bundesländern mit mehrheitlich evangelischen Christen wie Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern verwiesen. In Baden-Württemberg ist er schulfrei. An diesem Tag erinnern die evangelischen Christen an Martin Luthers Thesenanschlag in Wittenberg aus dem Jahr 1517.

"Der Reformationstag hat auch heute nichts von seiner gesellschaftlichen Bedeutung verloren. An diesem Tag geht es um die Kernthemen der Reformation: Freiheit, Menschenwürde und Mündigkeit", heißt es in dem Antrag, den der Abgeordnete Gregor Hoffmann für den Kreisverband Lichtenberg eingebracht hat.

Mit dem Argument der Freiheit kämpfen zurzeit in Berlin auch die Befürworter eines Pflichtfaches Religion an staatlichen Schulen für einen entsprechenden Volksentscheid, der vorsieht, den bisher freiwilligen Religionsunterricht mit dem Pflichtfach Ethik gleichzustellen. Die Entscheidung fällt am 26. April. Die Hauptstadtunion unterstützt das Volksbegehren zum Religionsunterricht - und will nun auch den Reformationstag als gesetzlichen Feiertag.

Die CDU sieht - so heißt es in dem Antrag - in dem Vorgang des Thesenanschlags "die Forderung nach einem selbstständig denkenden Menschen, der sich nicht mehr von gesellschaftlichen Autoritäten, damals war es der Klerus, unterjochen lässt". Die Hauptstadtunion sieht noch einen weiteren Vorteil: Für die Einführung spreche auch, dass der Tag im Bewusstsein der Menschen immer mehr vom Gruselfest Halloween "mit seinen bedenklichen Hintergründen und manch makabrem Brauch überdeckt" werde.

In der Vergangenheit hatte sich vor allem der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, der Berliner Bischof Wolfgang Huber, für eine Aufwertung des christlichen zu einem gesetzlichen Feiertag eingesetzt. In der SPD hieß es gestern, man wolle erst einmal abwarten, ob der Antrag auf dem CDU-Parteitag eine Mehrheit finde. Zudem entscheide man über Feiertage nicht spontan.

In einer Umfrage bei Morgenpost Online sprachen sich gestern mehr als 80 Prozent für die Einführung des Feiertages aus.

Stimmen Sie mit ab unter www.morgenpost.de/berlin

( sco )