Stadtplanung

Kompromiss im Streit über Mediaspree

Im Streit über die Bebauung eines 8500 Quadratmeter großen Grundstücks an der Spree, auf dem der Club Maria am Ostbahnhof untergebracht ist, zeichnet sich ein Kompromiss ab. Bausenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) hatte dem Bürgermeister von Friedrichshain-Kreuzberg, Franz Schulz (Grüne), ein Ultimatum bis kommenden Freitag gesetzt.

Sollte der Bezirk weiter darauf bestehen, das Areal als Grünfläche zu entwickeln, werde sie die Planungshoheit an sich ziehen, hatte die Senatorin angedroht. Doch diese Eskalation scheuen nun offenbar beide Seiten.

"Es gibt einen Kompromiss, den der Liegenschaftsfonds vorgetragen hat - den tragen wir mit", sagte gestern Manuela Damianakis, Sprecherin der Bausenatorin, dieser Zeitung. Das landeseigene Gelände, über das Bezirk und Senat streiten, wird vom Liegenschaftsfonds vermarktet. Während der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg auf dem Areal eine Grünfläche errichten wollte, um so den Gegnern des Mediaspree-Projektes entgegenzukommen, hatte die Senatorin darauf bestanden, nach dem Leitbild des 2001 erstellten Planwerks Innenstadt zu bauen. Danach ist lediglich ein zehn Meter breiter Grünstreifen an der Spree vorgesehen.

Darauf will die Senatorin nun offenbar verzichten. Der Vorschlag des Liegenschaftsfonds sieht eine Bebauung auf 55 Prozent der Fläche vor - ein 20 bis 25 Meter breiter Uferstreifen würde damit frei bleiben. Auf dem Bauland sollen zwei Gebäude entstehen: eines für 120 familiengerechte Wohnungen entlang dem Spreeufer und ein Gewerberiegel entlang der Schillingstraße.

Diesem Vorschlag will nun auch Bezirksbürgermeister Schulz zustimmen, der den Uferstreifen auf einer Breite von 50 Metern frei halten wollte.