Nahverkehr

Streckenvergabe: VBB verlängert Frist für Angebote

Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) hat in der europaweiten Ausschreibung des Netzes Stadtbahn ein zweites Mal die Abgabefrist verlängert.

Unternehmen haben nun bis zum 24. April Zeit, ein Angebot für den Betrieb von insgesamt 16 Regionalbahnlinien, darunter die RE 1 und RE 2, abzugeben. Ursprünglich lief die Frist dafür gestern aus. Der VBB begründet die Fristverlängerung damit, dass die Resonanz auf die Ausschreibung "so groß wie nie zuvor" sei. Allen Bietern solle die Möglichkeit gegeben werden, ein hochwertiges Angebot abgeben zu können.

Tatsächlich handelt es sich bei dem laufenden Wettbewerb um den größten seiner Art in Deutschland. Zur Vergabe stehen 60 Prozent des Regionalverkehrs in Berlin und Brandenburg mit einem Auftragsvolumen von 1,3 Milliarden Euro.

Entsprechend hart ist das Gerangel potenzieller Anbieter hinter den Kulissen. Eine Folge davon ist, dass nach Anbieter-Nachfragen der VBB mehrfach Details der Ausschreibung ändern musste. Das wiederum zwang Mitbewerber, ihre Planungen zu ändern. Unter anderem geht es um Vorgaben für die Sitzplatzgestaltung und das Wagenmaterial. Um keine Ansatzpunkte für spätere Klagen zu liefern, will der VBB allen Bewerbern ausreichend Zeit geben, Korrekturen berücksichtigen zu können.

Insbesondere die Deutsche Bahn, die zurzeit gut 80 Prozent aller Regionalstrecken in Berlin und Brandenburg bedient, sieht sich durch den Wettbewerb benachteiligt. Sie wirft dem VBB vor, mit der Ausschreibung Lohndumping zu fördern und bis zu 1000 Arbeitsplätze in der Region zu gefährden.

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