Ausstellung

Hagens plant Leichen-Show in Berlin

Der "Plastinator" und seine ruhelosen Leichen kommen wieder zu Besuch. Gunther von Hagens Totenshow "Körperwelten" wird vom 7. Mai an sechs Monate lang im Postbahnhof zu sehen sein. Obwohl nicht nach jedermanns Geschmack, zog die Grusel-Ausstellung vor acht Jahren in Berlin mehr als 1,3 Millionen Besucher an.

Nach Angaben der Veranstalter werden nun über 200 Plastinate ausgestellt, die den "Körper im Kreislauf vom Entstehen bis zum Vergehen" darstellen. Unter den gezeigten Plastinaten sind sowohl vollständige Körper als auch einzelne Organe.

Was für den einen Grusel-Kitsch ist, für den anderen faszinierende Anatomie-Schau, entsteht mit Hilfe des sogenannten Plastinationsverfahrens. Toten Körpern wird dabei Wasser der Gewebeflüssigkeit entzogen, das dann durch spezielle Kunststoffe ersetzt wird. Das fand in aller Welt so viele Fans, dass selbst im vorletzten James Bond Film "Casino Royale" einige Szenen zwischen von Hagens Totentruppe gedreht wurde. Daniel Craigs 007 fand sich da etwa umgeben von einer längst entschlafenen, aber doch scheinbar fröhlichen pokernden Herrenrunde. Überhaupt ist "Körperwelten" ein internationaler Publikumsrenner. Mit einigem Stolz erklärt Sprecherin Christiane Casott, dass international sechs Ausstellungen unterwegs seien. 26 Millionen Menschen haben diese nach Angaben der Veranstalter bislang gesehen.

Live eine Leiche seziert

Gewiss nicht zum Schaden des Gunther von Hagens war sein schauriger Wanderzirkus stets begleitet von öffentlichen Protesten. Während die Fragen nach der Herkunft seiner Körper nie abrissen, schockte er im Jahr 2002, als er vor Zuschauern live eine Leiche sezierte. Auch im holländischen Fernsehen war er bei der Arbeit am offenen Leib zu sehen. Bischof Wolfgang Huber sagte zu von Hagens' Geschäft mit dem Tod: "Der menschliche Körper ist keine Handelsware."

Unbeirrt aber eröffnete der nie Publicity-scheue 64-Jährige im November 2006 im brandenburgischen Guben eine neue Dependance. Dort brachte von Hagens eine öffentliche Plastinationswerkstatt zur Verarbeitung der Leichen sowie eine Ausstellung zusammen. Seit Januar aber ist das "Plastinarium" geschlossen. Bis 2010 werde das Zentrum umstrukturiert, so von Hagens. Nachdem aber zahlreichen Mitarbeitern schon im vergangenen Jahr gekündigt worden war, bleiben Zweifel an der Zukunft des Standortes Guben.