Konjunkturpaket

Wohin die Millionen für die Bezirke fließen sollen

Lange haben die Schulen darauf gewartet - jetzt steht ihnen endlich Geld zur Verfügung: für die dringend erforderliche Mensa, für neue Räume oder für die Sanierung der undichten Fenster. Das Konjunkturpaket II der Bundesregierung macht es möglich.

Bis Montag müssen die Bezirke beim Senat die Prioritätenlisten für ihre Projekte abgeben. Der Löwenanteil, über den die zwölf Bezirke zu entscheiden haben - genau 163 Millionen Euro - fließt in den Bildungsbereich. Geplant ist, jedem Bezirk einen Sockelbetrag von zehn Millionen Euro zu geben und den Rest nach Dringlichkeit zu verteilen. Daher sind die Stadträte aufgefordert, über das Budget hinaus Projekte anzumelden. Da die Absprachen noch laufen, sind die Listen noch nicht bis ins letzte Detail ausgearbeitet. Hier eine erste Übersicht, was die Bezirke im Bereich Bildung planen:

Steglitz-Zehlendorf

In den jüngsten Plänen des Bezirks ist vorgesehen, den Standort der Max-von-Laue-Realschule zu erhalten. Sie gehört zu den ersten fünf von 18 Projekten, die der Bezirk für 10,9 Millionen Euro anmeldet. Neben der Max-von-Laue-Schule sollen die Kopernikus-Gesamtschule (Lepsiusstraße), Alfred-Wegener-Realschule, Friedrich-Bayer-Realschule und Nikolaus-August-Otto-Hauptschule als Sekundarschule fit gemacht werden.

Friedrichshain-Kreuzberg

Der Bezirk bekommt neben den zehn Millionen Euro einen weiteren Betrag, der jedoch noch nicht festgelegt ist, im Rahmen des Programms Soziale Stadt. Schulstadträtin Monika Herrmann (Grüne) nennt die wichtigsten Projekte: In der Ellen-Key-Gesamtschule in Friedrichshain soll eine Sekundarschule mit gymnasialer Oberstufe und Ganztagsbetrieb eingerichtet werden. Kosten: etwa 2,3 Millionen Euro. Das Hermann-Hesse-Gymnasium in Kreuzberg soll für den gebundenen Ganztagsbetrieb ausgestattet werden. Dazu sind Freizeiträume, Mensa und Küche erforderlich. Kosten: etwa 2,15 Millionen Euro. Am Standort der Ferdinand-Freiligrath-Hauptschule in Kreuzberg wird eine vierzügige Sekundarschule mit Freizeiträumen, Mensa und Küche eingerichtet. Kosten: etwa 2,1 Millionen Euro. Auch die Heinrich-Ferdinand-Eckert-Hauptschule in Friedrichshain soll zur vierzügigen Sekundarschule ausgebaut werden. Kosten: etwa 1,35 Millionen Euro. Für 1,06 Millionen Euro soll das Robert-Koch-Gymnasium in Kreuzberg eine Mensa bekommen, außerdem werden die Fenster saniert. Für das Gebäude der Carl-von-Ossietzky-Gesamtschule in Kreuzberg ist eine energetische Sanierung vorgesehen (3,15 Millionen Euro), ebenso für die Emanuel-Lasker-Realschule in Friedrichshain (950 000 Euro).

Tempelhof-Schöneberg

Bildungsstadtrat Dieter Hapel (CDU) hat auf seiner Prioritätenliste 16 Projekte stehen. Genau 17,398 Millionen Euro meldet er für die Oberschulen und die Einführung eines Ganztagsbetriebes an. "30 Millionen bräuchte ich eigentlich dafür", sagt der Stadtrat. Das Geld soll für den Bau von Mensen, aber auch für die Sanierung von Heizungen und Dächern ausgegeben werden. Außerdem werden zusätzliche Freizeiträume entstehen.

Charlottenburg-Wilmersdorf

Eine Summe von 19,2 Millionen Euro braucht Bildungsstadtrat Reinhard Naumann (SPD) für zwölf Projekte. An dringlichster Stelle stehen allerdings fünf Vorhaben, die er mit 10,3 Millionen Euro veranschlagt. Dazu gehören die Peter-Ustinov-Realschule in Charlottenburg und die Otto-von-Guericke-Realschule in Wilmersdorf, die zu vierzügigen Sekundarschulen mit Mensen und neuer Klimatechnik ausgebaut werden. Die Johann-Peter-Hebel-Grundschule soll einen Anbau erhalten, damit eine Kooperation mit der benachbarten Robert-Jungk-Gesamtschule als Sekundarschule möglich wird. In der Joan-Miró-Grundschule sind Arbeiten für die Verbesserung des Ganztagsbetriebes geplant. Das Schulhaus soll zudem saniert werden.

Reinickendorf

In Reinickendorf soll sich der Geldsegen auf die Oberschulen konzentrieren. Bildungsstadträtin Katrin Schultze-Berndt (CDU) will "fast alle Oberschulen mit Mensen, Aufenthaltsräumen und zusätzlichen Räumen, wie Werkstätten, ausstatten". Einen Bedarf von 15 Millionen Euro werde sie anmelden, sagt die Stadträtin. Allein der Sanierungsbedarf der Schulen liege in Reinickendorf bei 68 Millionen Euro. Dafür hat sie jährlich etwa zehn Millionen Euro zur Verfügung aus dem Etat der baulichen Unterhaltung und dem Schul- und Sportanlagensanierungsprogramm.

Neukölln

Neukölln setzt seinen Schwerpunkt bei der Ausgabe des Geldes aus dem Konjunkturprogramm II auf seine sechs Gymnasien. "Alle sollen Caféterien und Mensen erhalten", sagt Bildungsstadtrat Wolfgang Schimmang (SPD). Sicher ist der Ausbau der Liebig-Schule in der Gropiusstadt - die verbundene Haupt- und Realschule soll künftig eine Sekundarschule werden und benötigt dafür einen Erweiterungsanbau. Während die Gymnasien in Neukölln ganztagsfähig gemacht werden sollen, liegt der Schwerpunkt bei den Grundschulen auf der Senkung der Betriebskosten durch entsprechende Sanierungsmaßnahmen. Insgesamt wird Schimmang 15 Projekte am Montag anmelden "für mehr als zehn Millionen Euro".

Marzahn-Hellersdorf

Der Bezirk wolle Projekte mit einer Gesamtsumme von 15 Millionen Euro beantragen, sagt Bildungsstadtrat Stefan Komoß (SPD). 6,3 Millionen Euro sollen verwendet werden, um fünf Standorte von Haupt- und Realschulen für die neue Sekundarschule zu ertüchtigen. Zwei Sporthallen, die ein Holzdach haben und deshalb seit dem Wintereinbruch gesperrt sind, sollen in einen betriebssicheren Zustand gebracht werden: für insgesamt 1,7 Millionen Euro.

Pankow

Der Bezirk soll zehn Millionen Euro bekommen. Schulstadträtin Lioba Zürn-Kasztantowicz (SPD) will mit dem Geld, wie vom Senat vorgegeben, die Um- und Ausbauten finanzieren, die zur Einführung der Sekundarschule erforderlich sind. Für den Ganztagsbetrieb sollen Gymnasien mit einer Mensa ausgestattet werden. Alle Projekte sollen unter energetischen Aspekten ausgeführt werden. Die Dezernentin wollte noch nicht mitteilen, welche Standorte betroffen sind.

Die Schulstadträtinnen von Mitte und Lichtenberg wollen sich erst Anfang nächster Woche zu ihren Prioritätenlisten äußern. Von den Bezirksämtern Spandau und Treptow-Köpenick gab es bis Redaktionsschluss keine Rückmeldungen.