Sekten

SPD-Fraktion: Scientology in Berlin gefloppt

Die Scientology-Organisation hat es nach Meinung von Experten nicht geschafft, in Berlin Fuß zu fassen. "Sie hat die Ziele nicht erreicht, die sie erreichen wollte. Die Mitgliederzahlen sind unglaubwürdig, sie liegen nur bei 200.

Scientology ist gefloppt", sagte gestern der SPD-Verfassungsschutzexperte Tom Schreiber. Ähnlich äußerte sich Stefan Barthel von der Leitstelle für Fragen zu Sekten und konfliktträchtigen Anbietern beim Senat. "Die Berliner Bürger lassen sich von Scientology nichts sagen. Sie sind wachsam", betonte der Sektenbeauftragte Barthel.

Als Beleg dafür sagte er, dass rund 40 Prozent aller Anrufer Anfragen oder Beschwerden zu der Organisation haben - so viel, wie zu keiner anderen Sekte oder sektenähnlichen Organisation. Neben Beschwerden über aggressive Werbung gebe es Anfragen zu möglichen Beteiligungen von Scientology an Seniorenpflegeheimen und neugegründeten Privatschulen.

Etwa 100 Anrufer haben sich zudem seit Dezember 2007 an die Kontakt- und Beschwerdestelle des Bezirksamts Charlottenburg-Wilmersdorf gewandt. Der für Ordnungsangelegenheiten zuständige Bezirksstadtrat Marc Schulte (SPD), in dessen Bezirk sich der Scientology-Sitz befindet, berichtete von regelmäßigen Prüfungen der Aktivitäten. Man habe mit einer Reihe ordnungsrechtlicher Vorschriften versucht, der Organisation seit 2007 zu Leibe zu rücken. Dazu zählten das Verbot von Heizpilzen und Sitzgelegenheiten an Scientology-Ständen.

Beschwerden gebe es jedoch regelmäßig von Radfahrern, die an der Otto-Suhr-Allee von Aktivisten blockiert würden. Dies sei Nötigung, die die Bürger anzeigen sollten, riet Schulte. Eingeschritten sei man von Amts wegen aus diesem Grunde bislang nicht. Gegen Scientology habe man nur einmal wegen Lärmbelästigung durch ein Seminar ein Bußgeld verhängt.

( sz )