Konzert

Berliner Schotten

Silke Böttcher

Nö, berühmt werden wollten Travis eigentlich nicht. Es ergab sich einfach so. Und heute leben die Schotten Fran Healy, Andy Dunlop, Dougie Payne und Neil Primrose ganz gut mit ihrer Prominenz.

Auch wenn Urlaub inzwischen zu einem Fremdwort für sie geworden ist. Immerhin betonte Coldplay-Frontmann Chris Martin einmal, dass es seine Band ohne Travis wahrscheinlich nie gegeben hätte. Ein besseres Kompliment kann man sich wohl kaum vorstellen.

Mit dem Album "Good Feeling" und dem Song "All I Want To Do Is Rock" fingen Travis 1996 an. Ursprünglich sollte das Stück "All I Wanna Do Is Fuck" heißen, doch Healy fürchtete den Unmut seiner Mutter und strich das F-Wort aus dem Titel. Um es dann bei Konzerten immer mal wieder gern zu verwenden.

Das zweite Album, "The Man Who", schaffte es gar auf Platz 200 in der Liste der 500 besten Alben aller Zeiten der Zeitschrift Rolling Stone. Und es enthält die Single "Why Does It Always Rain On Me", das zum ersten großen Hit der Band wurde. Es folgten Songs wie "Sing", "The Beautiful Occupation" - darin verarbeitete Healy die Gefühle nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 - oder "Selfish Man".

"Ode To J. Smith" heißt das aktuelle, mittlerweile sechste Album der in Berlin lebenden Britpopper, das sich mit namenlosen Figuren beschäftigt. Binnen sechs Wochen haben Travis das Werk produziert, das mit mitreißenden Rockopern "J. Smith", kantigen Gitarrenriffs und berührenden Oden ("Friends") gefüllt ist und die Fran Healy mit seiner warmen Stimme vorträgt.

Heute stellen Travis, denen Star-Allüren nach wie vor fremd sind, das Album im Huxley's vor. Unterstützt werden sie vom Alexandria Quartet.

Huxley's: Hasenheide 107-113, Kreuzberg, Tel. 78 09 98 10. Heute, 21 Uhr, 32,40 Euro