Gänsebraten - der Klassiker

"Ne jut jebratene Jans is ne jelobte Jabe Jottes", sagt der Berliner Volksmund. Gänsebraten ist bis heute der Favorit unter den Berliner Festessen an Heiligabend. Immerhin 38 Prozent der Hauptstädter bringen das Federvieh knusprig braun auf den Tisch, gefolgt von Entenbraten (28 Prozent, Pute, Fisch und Wild. Dies erzählt Kaija Voss in ihrem Buch "Berliner Weihnacht" (be.bra-Verlag, ISBN 3-89809-043-4, 16,90 Euro) über Hauptstadt-Traditionen seit der mittelalterlichen "wihe naht" bis heute. So hieß zu Kaisers Zeiten die beliebteste Füllung der Gänse Testament. Und das bestand aus Äpfeln, Sultaninen, Weißbrot sowie Innereien der Gans und Beifuß, Zucker, Pfeffer und Salz.

Pierre Tanner, Chefkoch im Restaurant Leibnizklause an der Mommsenstraße 57 in Charlottenburg, brutzelt seit mehr als 15 Jahren im Dezember Gänse: "Es sind wohl Tausende inzwischen" sagt der Mann, den Berlins Prominenz gern als Gänsepapst tituliert: Ob Brigitte Mira oder Ulla Meinecke, Heidi Klum und ihr damaliger Freund Flavio Briatore - sie alle speisten schon bei dem 43jährigen oder holten sich den styroporverpackten Vogel ofenwarm auf die häusliche Weihnachtstafel. Seine allererste Gans tranchierte Pierre Tanner übrigens für Eberhard und Monika Diepgen. "Mir zitterten die Hände", erinnert er sich an diese Premiere.

Corinna Schlag