"Das Haus ist voll, die Leute kaufen"

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Sarah Majorczyk und Markus Falkner

Süßer die Kassen nie klingeln, lautete gestern das Motto im Berliner Einzelhandel. Am letzten Shopping-Sonnabend vor Heiligabend sorgte der erwartete Kundenansturm in Einkaufszentren und Kaufhäusern der ganzen Stadt für gute Umsätze. Bis Weihnachten wollen die Einzelhändler das Vorjahresergebnis deutlich übertreffen, wie Nils Busch-Petersen, Hauptgeschäftsführer des Berliner Einzelhandelsverbandes, bestätigte. Einige Geschäfte hätten gestern bereits das Ergebnis nach dem vierten Adventssonnabend 2003 übertroffen.

"Da wir noch fast eine ganze Verkaufswoche vor uns haben, sind wir sehr zuversichtlich, das Weihnachtsgeschäft erfolgreich abschließen zu können", sagte Busch-Petersen. Schon in den Morgenstunden seien vor allem die Center im Berliner Umland "rappeldicke voll" gewesen. Zum Nachmittag hin habe sich das Geschäft mehr und mehr in die Innenstadt verlagert, wo bei sonnigem Wetter nicht zuletzt viele Touristen für Geld in den Kassen sorgten. "Das ist sicher ein Erfolg der Aktion Winterzauber", sagt der Verbandsvorsitzende. "Das Tourismuskonzept ist voll aufgegangen."

Eine Erfahrung, die gestern viele Einzelhändler machten. Zufriedenheit allenthalben.

"Das Kaufhaus ist erstaunlich voll. Das ist eindeutig der umsatzstärkste Tag des ganzen Jahres", freute sich Detlef Steffens, Geschäftsführer des Kaufhof am Alexanderplatz. "Man merkt, daß Weihnachten näher rückt und die Kunden jetzt kaufen, was ihnen noch fehlt." Gleiches berichtete eine KaDeWe-Sprecherin. Den Shoppingtempel in der City-West besuchten schon bis zum Nachmittag mehr als 120 000 Kunden aus Berlin und aller Welt auf der Suche nach dem passenden Geschenk. "Das Haus ist voll, die Leute kaufen", sagte die Sprecherin. "Wir rechnen für diesen Tag mit einem stabilen Vorjahresergebnis."

Die alljährliche K-Frage "Was kaufe ich meinen Lieben dieses Jahr zu Weihnachten?" beschäftigte dabei wohl nicht nur gestern sondern auch noch in den kommenden Tagen bis Heiligabend viele Berliner und Touristen gleichermaßen. Mama, Papa, Bruder, Schwester, Oma, Opa, Onkel, Tante - sie alle verdienen ein besonderes Präsent. Doch welche Geschenke suchen die Berlinerinnen und Berliner aus? Was geht in dieser Saison besonders häufig über den Ladentisch? Wir haben nachgefragt: Bei den großen Kaufhäusern Karstadt, Kaufhof und KaDeWe, bei den Internetanbietern Amazon und Ebay, beim Einzelhandelsverband und natürlich bei den Berliner Bürgern - und haben die Top-Ten-Hitliste der Berliner Weihnachtsgeschenke zusammengestellt.

"Der absolute Renner sind in diesem Jahr Multimedia Produkte", sagte Nils Busch-Petersen. Besonders beliebt sind Pocket PCs mit eingebautem Navigationssystem, MP3- und DVD-Player. "Im nächsten Jahr werden DVD-Rekorder zu den Weihnachts-Hits gehören", prophezeite Dieter Zeih, zweiter Geschäftsführer des Kaufhof am Alexanderplatz, jetzt seien die Geräte vielen Kunden noch zu teuer.

Fast ebenso häufig wie elektronische Geräte liegen Spielwaren unter dem Christbaum. In diesem Jahr trägt neben der Playmobil-Ritterburg vor allem das Kinderspiel des Jahres "Geistertreppe" die rote Schleife. Aber auch Klassiker wie Kuscheltiere und Holzspielzeug werden häufig gekauft. Und natürlich hängt dazu an fast jedem Präsent für die Kleinen der obligatorische Schokoladen-Weihnachtsmann. Geiz scheint dabei zumindest in der Weihnachtszeit doch nicht so geil zu sein. Im Durchschnitt geben Berlinerinnen und Berliner etwa 300 Euro für Weihnachtsgeschenke aus.

Sie wissen trotz allem noch immer nicht, was Sie verschenken möchten? Keine Sorge, laut einer Umfrage der Fachhochschule für Ökonomie und Management (FOM) entscheiden sich fast 42 Prozent der Berliner spontan, womit sie Familie und Freunde beglücken.