Kindern zum Fest Freiräume lassen

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In wenigen Tagen ist es nun soweit! Weihnachten steht vor der Tür, mit all seinen Geschenken, Feiern und dem Zusammensein im Kreis der Familie. Jetzt kann nachgeholt werden, was in den hektischen Arbeitstagen der vergangenen Wochen zurücktreten mußte. Die Familie hat ihre Zeit, Eltern und Kinder haben soviel Zeit miteinander wie sonst nie im Jahr. Keine andere Jahreszeit ist aber auch mit so vielen Familienproblemen belastet. Plötzlich haben alle viel Zeit füreinander und wissen nichts gemeinsam damit anzufangen. Die Kinder sind oft überfordert, den auf diese Tage fixierten Wünschen der Eltern zu entsprechen. Die Kinder - wie auch oft die Eltern - reagieren gereizt, überfordert und aggressiv. Plötzlich soll alles so anders sein als an den anderen Tagen des Jahres.

Versetzen Sie sich einmal in die Lage Ihrer Kinder. Sie werden plötzlich mit so ganz anderen Eltern konfrontiert, die da sind und mit ihnen reden wollen. Jetzt wird gemeinsam gegessen, Verwandte kommen zu Besuch, Besuche werden gemacht. Die Rituale bestimmen die Tage mit Essen und Geschenken, und die Kinder haben darin eine Rolle zu spielen, müssen als "Familie" den Wünschen ihrer Eltern zur Verfügung stehen. Das führt häufig zu gestreßten Reaktionen, weil gewohnte und geliebte Freiräume wegfallen. Weil es oft nicht um ein gemeinsames Gestalten der vielen gemeinsamen Zeit geht, sondern um das Erfüllen von Familienpflichten. Plötzlich muß man füreinander da sein.

Diese ungewohnte Situation ist für Kinder eine Herausforderung. Viel lieber wollen sie die vielen Geschenke ausprobieren, spielen, lesen, die neuen Dinge mit ihren Freunden teilen. Kinder brauchen auch Weihnachten ihre Freiräume, um richtig genießen zu können. Deshalb mein Tipp: Planen Sie die Feiertage und die Tage zwischen den Jahren gemeinsam mit Ihren Kindern. Vielleicht dürfen sich die Kinder sogar an den Weihnachtsfeiertagen eine gemeinsame Familienaktion selber wünschen, die dann zwar vielleicht gar nicht Ihren Wünschen entspricht. Aber es geht ja um das gemeinsame Gestalten. Setzen Sie sich am letzten Adventssonntag doch mit ihren Kindern zusammen und erzählen ihnen, was an den Feiertagen auf sie zukommt, welche Besuche unvermeidlich sind, was und wann gegessen werden soll, schreiben Sie alles auf. Und dann dürfen die Kinder einen Tag - oder auch nur einen halben - gestalten.

Achten Sie aber auch sonst darauf, die Freiräume nicht zu sehr einzuschränken, die Abkehr vom normalen Familienleben nicht zu extrem ausfallen zu lassen. Besonders wichtig ist es aber, die Kinder schon früh über alles zu informieren, was ansteht. Und einen Ausgleich zu schaffen für den Besuch bei Großeltern und Tanten.

Erobern Sie zum Beispiel gemeinsam mit den Kindern die neuen Spiele. Ziehen Sie sich aber auch zurück und geben Freiräume, die es sonst nicht gibt. Lassen Sie es abends etwas später werden, wechseln Sie ab zwischen intensiver Familie und vollkommen freier Zeit für jeden alleine. Machen Sie ganz bewußt auch eine Aktivität mit Ihrem Partner ohne die Kinder. Und das wichtigste hierbei: Reden Sie mit ihren Kindern darüber, ziehen Sie sie in alles mit ein und motivieren Sie ihre Kinder, eigene Vorschläge zu machen, die dann auch umgesetzt werden. So kann dann ein für alle harmonisches Weihnachten ohne Druck und Familienstreß erreicht werden.