BVG verjüngt Bus-Flotte

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Guido Hartmann

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) wollen in den kommenden drei Jahren für etwa 117 Millionen Euro neue Eindecker-Busse anschaffen. Der Aufsichtrat hat jetzt den Weg für die Bestellung von zunächst 160 Bussen im Laufe des kommenden Jahres freigemacht. Für 2006 und 2007 gibt es zudem Optionen auf weitere 160 und dann noch einmal 80 Eindecker.

In einem anonymisierten Ausschreibungsverfahren - an der BVG-Spitze kannten bis zuletzt lediglich fünf Personen die Bewerberfirmen - setzten sich die polnische Firma Solaris und die Mercedes-Tochter Evobus durch, berichtet BVG-Betriebsvorstand Thomas Necker. Während die bei Poznan (Posen) ansässige Firma 130 Gelenkbusse vom Typ Urbino 18 - also 18 Meter lang - liefern wird, bekam die Mannheimer Evobus den Zuschlag über 30 zwölf Meter lange Citaro-Busse.

"Damit sind wir auf dem Weg zur jüngsten Busflotte Europas", sagt BVG-Vorstand Necker. Von derzeit 7,5 Jahren werde das Durchschnittsalter der 1400 Busfahrzeuge umfassenden Flotte bis 2008 auf vier Jahre sinken. Gegenüber der letzten Bestellung habe man die Einkaufspreise um 15 Prozent reduzieren können, so Necker. Das Geld für die Neuanschaffungen könne aus den laufenden Einnahmen gedeckt werden.

Mit den Buslieferanten hat die BVG zudem ausgehandelt, dass ein Teil der Endmontage in eigenen Werkstätten übernommen wird. Dadurch werde für 35 Mitarbeiter über drei Jahre Arbeit geschaffen, betont Necker. Weitere 25 Jobs würden durch eine entsprechende Vereinbarung bei den 100 bereits bestellten neuen Doppeldeckern - dieses Auftragsvolumen beläuft sich auf etwa 80 Millionen Euro - gesichert, die im Sommer 2005 auf die Straße sollen. Bei den neuen Eindeckern könnten sich die Fahrgäste auf höchsten Fahrkomfort freuen, verspricht BVG-Busdirektor Johannes Müller. Die deutlich sparsameren und umweltfreundlicheren Dieselbusse seien alle klimatisiert und behindertengerecht. Und obwohl sie wohl wie der neue "Große Gelbe" mit vandalismusresistenten Hartschalen-Sitzen ausgestattet werden, soll es beim Sitzkomfort keine Abstriche geben.

Mit dem ersten neuen Doppeldecker-Prototypen, der seit Mitte August von der BVG im Alltagseinsatz getestet wird, gibt es hingegen Probleme. Bereits mehrfach musste der 13,7 Meter lange "Busjumbo" mit der Wagenummer 3099 aus dem Verkehr gezogen werden, weil die Technik Probleme anzeigte. Dies sei jedoch bei einem Testfahrzeug üblich, sagt BVG-Sprecherin Petra Reetz. Jedes Problem müsse umgehend in der Werkstatt dokumentiert werden. Deshalb sei der neue Doppeldecker auch noch nicht im Fahrplan eingetaktet, sondern verkehre als Zusatzfahrzeug auf verschiedenen Linien.

Im Schnitt fährt die BVG ihre Busse acht Jahre lang. Dann werden die Fahrzeuge über Zwischenhändler weiterverkauft, insbesondere nach Osteuropa.