Ostkreuz-Sanierung verzögert sich weiter - Beginn 2005

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Die Sanierung des maroden S-Bahnhofs Ostkreuz verschiebt sich erneut. Wegen Planungsänderungen werde der Umbau des größten Berliner Verkehrsknotenpunktes wahrscheinlich "erst im kommenden Jahr beginnen", kündigte Michael Baufeld, Sprecher der DB Projektbau, an.

Schuld an der erneuten Verzögerung ist nach Auffassung der Bahn die Senatsverwaltung für Verkehr. Diese habe im Juni überraschend eine Änderung an den Bahnbrücken über der Hauptstraße gefordert. Nach den bisherigen Plänen sollte dort eine zweispurige Straßenunterführung gebaut werden. Nun wünscht die Verkehrsverwaltung aber Platz für vier Fahrspuren. Daraufhin musste DB Projektbau die Pläne erneut ändern und die Änderungen dem Eisenbahnbundesamt (EBA) zur Prüfung vorlegen. "Wie lange diese Prüfung dauert, ist unklar", sagte Baufeld.

Die Senatsverwaltung wies die Darstellung der Bahn zurück. "Erst nachdem klar war, dass die Bahn die Brücken abreißen und neu bauen will, haben wir auf vier Spuren bestanden", sagte Sprecherin Petra Rohland. Ein Zusammenhang mit einer erneut geänderten Prioritätensetzung bei der Verlängerung der Autobahn A 100 gebe es nicht, so Rohland. Ex-Senator Peter Strieder (SPD) hatte die Straßenausbaupläne am Ostkreuz vor zwei Jahren nach koalitionsinternem Krach mit der PDS gestutzt und danach den vierspurigen Ausbau der Hauptstraße, die als große Zubringerstraße für eine verlängerte A 100 bis Frankfurter Alle gedacht war, zunächst gestrichen. Strieders Nachfolgerin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) möchte dagegen die A 100 weit in den Ostteil verlängern.

Mit einer langen Verzögerung der Sanierung ist aber möglicherweise dennoch nicht zu rechnen. Das Eisenbahnbundesamt teilte auf Anfrage mit, dass die Änderungen keine langwierigen Prüfungen nach sich ziehen würden. Der Umbau und die Sanierung des Bahnhofes Ostkreuz sollen insgesamt 500 Millionen Euro kosten und bis 2014 abgeschlossen werden.

gd