Waschbären: Kleine Räuber auf Beutezug durch Berlin

Ein Bombentreffer - das ist nur ein Grund für die explosionsartige Ausbreitung eines Räubers mit Maske in Teilen Berlins und Brandenburgs: des Waschbären. 1945 hatte eine Bombe die Waschbärenfarm bei Strausberg im Brandenburgischen getroffen - mit der Folge, dass etliche Waschbären das Weite suchten. Deren Nachkommen drohen, in Berlin zur Plage zu werden.

"Von einer Invasion kann auf keinen Fall gesprochen werden", schätzt Derk Ehlert, Jagdreferent des Landes Berlin, die Lage ein. Vorsichtigen Schätzungen zufolge gibt es 45 Tiere im Stadtgebiet.

Die kleinen Bären stellen die Hauptstadt dennoch vor ein Problem. Denn die Population des buckligen Räubers wächst ständig. Und damit auch Mundraub und "Wohnungsbesetzungen" in der Stadt. Tatorte sind Mülltonnen, Komposthaufen, Gärten, Grills und Dachstühle.

Tobias Teige vom Naturschutzbund Berlin sagt: Finger weg von den Tieren. "Waschbären sind Wildtiere, und die sollte man nicht anfassen. Das weiß jedes Kind." Probleme könne es geben, wenn sie gefüttert würden und deshalb die Nähe des Menschen suchten. Denn der putzige Bär, der ursprünglich aus Nordamerika stammt, kann Träger eines Spulwurms sein. Und der ist auf den Menschen übertragbar und nicht ungefährlich.

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hat eine Broschüre mit dem Titel: "Wildtiere im Stadtgebiet: Der Waschbär" herausgegeben. Hier finden sich auch Tipps, wie man dem kleinen Räuber den Zugang zum eigenen Heim schwer machen kann. Infos im Internet unter: www.stadtentwicklung.berlin.de ddp