Senat streicht 500 000 Euro Zuschuss für Aspen-Institut

Das Aspen-Institut muss im kommenden Jahr mit einem Drittel weniger Geld aus staatlichen Kassen auskommen. Der Senat beschloss die Streichung seiner Zuschüsse in Höhe von 500 000 Euro. Das bestätigt der Finanzdirektor der deutsch-amerikanischen Einrichtung, Folkard Wohlgemuth.

"Gegenwärtig sind die Stellen der Hälfte unserer zwölf Mitarbeiter gefährdet", sagte der 35-Jährige. Das renommierte Institut am Wannsee, das sich als Brücke zwischen Deutschland und Nordamerika versteht, organisiert Vorträge, Diskussionen und Meinungsforen zu transatlantischen Themen. Seine Existenz sei bislang nicht gefährdet. "Wir werden bestimmt nicht schließen. Zurzeit bemühen wir uns, die entstandene Finanzlücke mit zusätzlichen Sponsoren- und Stiftungsmitteln zu schließen", so Wohlgemuth. Er sei sogar zuversichtlich, mehr Geld als die Kürzungssumme akquirieren zu können.

Seinen Angaben zufolge zahlen der "German Marshall Fund of the United States" und die "Smith Richardson Foundation" den größten Teil des 1,5 Millionen Euro umfassenden Jahresetats. Etwa 100 000 Euro brächten zudem Firmenmitglieder (je 2000 Euro/Jahr) sowie der private Freundeskreis (pro Person je 600 Euro/Jahr) auf. "Die Senatsmittel waren institutionelle Fördergelder und konnten von uns für Personalkosten eingesetzt werden. Statt Gehälter zu bezuschussen, unterstützen Unternehmen bevorzugt Veranstaltungen", erläutert Wohlgemuth das eigentliche Problem. Kritiker bemängeln die Senatsentscheidung: Für Berlin seien auf Grund seiner Geschichte amerikanische Einrichtungen besonders wichtig.

cosa