U-Bahn-Geld für den Straßenbahn-Ausbau

| Lesedauer: 2 Minuten

Lange Zeit stand der Ausbau des Berliner Tramnetzes auf dem Abstellgleis, nun stehen die Signale wieder auf Grün. Der Haushaltsausschuss des Abgeordnetenhauses billigte jetzt sowohl den Weiterbau der Linie "Alex II" von der Prenzlauer Allee über den Alexanderplatz zum Roten Rathaus wie auch die Verlängerung der Linie 20 von Eberswalder über Bernauer und Invalidenstraße zum Lehrter Bahnhof.

Erst im vergangenen Jahr hatte Stadtentwicklungssenator Peter Strieder (SPD) die Bauarbeiten für die Strecke Alex II wegen leerer Kassen gestoppt, nachdem schon vier Millionen Euro verbaut worden waren. Das gesparte Geld sollte unter anderem in die Sanierung maroder U-Bahnhöfe im Westteil der Stadt fließen. Nun kommt die Rolle rückwärts. Während Strieder noch vor einem Jahr keine Notwendigkeit für die Tramlinie sah, werden jetzt die für Fertigstellung geschätzten Restkosten in Höhe von 22 Millionen überwiegend bei der U-Bahnhof-Sanierung wieder eingesammelt. Neun Millionen Euro werden aus den Sanierungsetats 2005/2006 abgezweigt, damit Alex II bis 2007 fertig wird.

"Wir begrüßen den Weiterbau der Tramlinie", sagt BVG-Sprecher Detlef Untermann. Schließlich rechne die BVG nicht nur mit einem hohen Fahrgastaufkommen, sondern auch mit jährlich 1,45 Millionen Euro Gewinn auf der Linie. Zugleich meldete Untermann aber "Gesprächsbedarf" mit der Senatsverwaltung an, denn wo das hoch verschuldete Unternehmen nun die Mittel für die laufende U-Bahnhof-Sanierung hernehmen soll, sei bislang nicht klar.

Die ersten Arbeiten für die Tram in der Bernauer Straße sollten eigentlich in der kommenden Woche beginnen. Erst müsse aber noch das Abgeordnetenhaus das Projekt absegnen, sagte Petra Rohland, Sprecherin von Verkehrssenator Peter Strieder (SPD). Damit gerät der enge Zeitplan - die Linie soll bis 2006 fertig gestellt werden - ins Wanken. Die vorbereitenden Baumfällungen für den Umbau der Bernauer Straße müssten längst begonnen haben, da nach Beginn der Vegetationsperiode am 1. März Bäume nur noch mit Sondergenehmigung gefällt werden dürfen.

Zudem zwingt der Zeitplan zu Bauarbeiten während der Frostperiode. Die Folge könnte ein Debakel wie auf dem Alex sein. Auch dort wurden Gleise im Winter verlegt. Nach nur fünf Jahren werden sie nun wieder ausgetauscht, weil der Unterbau sich gesetzt hat.

gd